Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein

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Superintendentin Almut van Niekerk: Es schmerzt, Ostern nicht miteinander feiern zu können

06.04.20

Die Passionszeit zwischen Aschermittwoch und Ostern ist immer eine etwas andere Zeit. Eine Zeit des gemeinsamen Fastens zum Beispiel, des bewussten Verzichts, vielleicht auch der Erprobung eines anderen Lebensstils. Muss jede Autofahrt oder ĂŒberhaupt das Auto sein? In die Passionszeit 2020 ist nun das neue, höchst gefĂ€hrliche Corona-Virus nach Deutschland gekommen. „Die gesellschaftliche Vollbremsung beschĂ€ftigt uns alle“, sagt die Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, Almut van Niekerk.

NĂ€chstenliebe, Trost und Beistand

In einer Online-Pressekonferenz zu Beginn der Karwoche sprach sie von der beĂ€ngstigend großen Dimension der Corona-Pandemie. Was Kirche in dieser Krise einzubringen hat: „NĂ€chstenliebe, Trost und ganz konkreten Beistand“. Die Kirchengemeinden machen alles anders und neu und weiter – leisten Nachbarschaftshilfe, ersetzen Gottesdienste durch analoge und digitale Angebote. „Was sie leisten, ist auch einen Applaus wert“, so Superintendentin van Niekerk.

Christinnen und Christen gedenken an Karfreitag Jesu‘ Kreuzigung und Tod, an Osten seiner Auferstehung. „Dass wir Ostern nicht in gemeinsamen Gottesdiensten, zum Beispiel in der feierlichen Osternacht, miteinander begehen können, ist wirklich schmerzlich. Dass Ostern in diesem Jahr auch kein Familienfest sein kann, tut vielen auch einfach weh und ĂŒberschattet dieses eigentlich so fröhliche Fest.“ Das versuche die evangelische Kirche nicht zu ĂŒbertĂŒnchen. „Wir haben ein Ohr fĂŒr Kummer“, betont van Niekerk. Das lĂ€uft zu allermeist ĂŒber das Telefon. Die Menschen leiden unter Einsamkeit, dem Schmerz, die Familie nicht sehen zu können und nicht zu wissen, wie lange die Kontaktverbote gelten.

Osterkerzen, Osterflashmob

Wie aber nun die Osterbotschaft zum Kirchenvolk tragen? Die 33 evangelischen Kirchengemeinden an Sieg und Rhein planen VielfÀltiges: In Aegidienberg werden 980 Osterkerzen in schönen GlÀsern zu jedem evangelischen Haushalt gebracht.

In Beuel werden an den Kirchen Osterkerzen verteilt. Auch die Evangelische Kirchengemeinde Sankt Augustin Niederpleis und MĂŒlldorf hat ihre Mitglieder in einem Brief eingeladen, beim Spaziergang am Ostersonntag an einem der GemeindehĂ€user vorbeizukommen und ein Osterlicht mitzunehmen. Die Osterkerzen werden auf den VorplĂ€tzen stehen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Hennef plant einen Osterflashmob. Dabei ist die AbkĂŒrzung „mob“ fein fortgesponnen: „Macht Ostern Bunt“ bedeutet hier: Christinnen und Christen sind aufgerufen, Fenster oder Balkone mit bunten TĂŒchern und Decken zu schmĂŒcken und am Ostersonntag um 10 Uhr einen Ostergruß zu sprechen und das Lied „Vom Aufgang der Sonne“ zu singen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Stieldorf-Heisterbacherrott hat sich vorgenommen, fĂŒr den Ostergottesdienst PortrĂ€tfotos der Gemeindeglieder zu sammeln und sie in der Emmauskirche aufzustellen. Um auf diese Weise gemeinsam Ostern zu feiern. Gemeinden versorgen ihre Mitglieder eigens mit Osterbriefen, beispielsweise Bonn-Holzlar, beispielsweise Siegburg-Kaldauen.

Beteiligen werden sich Gemeinden an der NRW-weiten Verabredung zum gemeinsamen ökumenischen GlockenlĂ€uten. Sie werden am Ostersonntag von 9.30 bis 9.45 Uhr lĂ€uten. Abonnentinnen und Abonnenten von Tageszeitungen erhalten die Beilage „Ostern Zweitausendzwanzig“ der Evangelischen Kirche im Rheinland. Neben einem Essay enthĂ€lt die Beilage eine Liturgie „Ostern@Home“, um allein oder mit der Familie an Karfreitag und Ostersonntag Gottesdienst zu Hause zu feiern.

Kirche kommt zu den Menschen

Die Menschen können zwar momentan nicht zur Kirche kommen, aber die Kirche kommt zu den Menschen – das passiert bereits seit Mitte MĂ€rz intensiv und unterschiedlich: live gestreamte Gottesdienste – zum Beispiel in Troisdorf und Wahlscheid. Gemeinden bringen das Wort Gottes unters Volk: In Hennef hĂ€ngt ein „Gottesdienst to go“ an WĂ€schenleinen bereit – take away. „erMUTigungen“ werden in Niederkassel verbreitet. In der Gemeinde Stieldorf-Heisterbacherrott liegen „Gebete to go“ an den Kirchen aus.

Die Angebote reichen weit ĂŒber den Sonntag hinaus: Wenn werktags um 12 Uhr mittags die Kirchenglocken lĂ€uten, sind die Menschen eingeladen, nach eigenem Gusto oder entlang der online bereitgestellten Liturgie mitzubeten. Zahlreiche Gemeinden wirken mit beim Balkonsingen um 19 Uhr und beim ökumenischen GlockenlĂ€uten um 19.30 Uhr.

Pfarrerinnen und Pfarrer begleiten ihre Gemeinden mit Video-Botschaften. Die „Ohrenkirche“ aus Sankt Augustin Niederpleis und MĂŒlldorf ist ein besonderes Angebot fĂŒr Kinder. Vieles teilen die Gemeinden auch. So wirken Pfarrerinnen und Pfarrer aus verschiedenen Gemeinden mit bei der „Sonntagskirche“, dem Audio- und Lese-Predigt-Angebot an Sonntagen, und den „Mutmach-Videos“, die werktags geistliche Anregungen bieten.

„Aufbruch und Schwere“

Kreative Energie quer durch alle Gemeinden mitten in der Pandemie. „Diese Zeit atmet zugleich Aufbruch und Schwere“, sagt Almut van Niekerk. Schwerwiegend sind die Auswirkungen auf Taufen, Konfirmationen, Trauungen – sie mĂŒssen verschoben werden. FĂŒr Brautpaare sei es gerade die große Katastrophe, das lange vorbereitete Fest nicht feiern zu können. Die verordnete BeschrĂ€nkung auf den kleinsten Familienkreis belaste auch in TodesfĂ€llen – sowohl diejenigen, denen die Umarmung am Grab fehlt, als auch diejenigen, die nicht teilnehmen dĂŒrfen. „Es ist furchtbar, sich nicht verabschieden zu können.“ TrauergesprĂ€che mĂŒssen zurzeit auch telefonisch gefĂŒhrt werden; nur ausnahmsweise und unter sorgsamster Beachtung der Sicherheitsvorschriften werden sie im Gemeindehaus fortgesetzt – weit auseinander sitzend.

Im gesamten Rhein-Sieg-Kreis sind - Stand 6. April - acht Menschen am Corona-Virus gestorben, 789 infiziert. In den Gemeinden Bad Honnef, Eitorf, Much und St. Augustin sind fĂŒnf Menschen gestorben.

 

 

Kontakt

Anna Neumann
Telefon 02241549450
anna.neumann@ekir.de

FĂŒr Gemeindebrief und Website

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