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Namibia-Partnerschaft: Augenhöhe statt Bevormundung

27.11.19
Namibia-Konsultation 2019 in Windhoek

„Partnerschaft auf Augenhöhe“ – das in Zukunft noch einmal besser hinzubekommen, ist der Sinn eines Abkommens, das Anfang des Monats bei einer deutsch-namibischen Partnerschaftskonsultation vereinbart wurde. Derzeit wird die Veröffentlichung und Übersetzung des Abkommens vorbereitet.

Dieses Windhoek Agreement schreibt die partnerschaftlichen Verbindungen von drei evangelischen Landeskirchen mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik von Namibia (ELCRN) fort. Damit betrifft die Vereinbarung unmittelbar auch den Evangelischen Kirchenkreis An Sieg und Rhein, der mit dem Kirchenkreis Tsumeb / Namibia seit zwanzig Jahren partnerschaftlich verbunden ist.

„Partnerschaft auf Augenhöhe“ – die Formulierung kommt von Helmut MĂŒller, dem unter anderem fĂŒr den Kirchenkreis An Sieg und Rhein zustĂ€ndigen Pfarrer im Gemeindedienst fĂŒr Mission und Ökumene (GMÖ) Köln-Bonn. Das Windhoek Agreement trage dazu bei, eine solche gleichberechtigte Partnerschaft einzuĂŒben. MĂŒller: „Die Zeit der ,Patenschaften‘ ist weitgehend ĂŒberwunden.“

Bevormundendes Denken ĂŒberwinden

Allerdings falle es beiden Seiten weiterhin schwer, nicht nur zu geben und zu nehmen, sondern in gegenseitiger Teilhabe und Kommunikation zu leben, so MĂŒller. „Windhoek“ fĂŒhre die bisherigen AnsĂ€tze fort. Praktisch bedeutet das unter anderem auch: Es gibt einen SolidaritĂ€tsfonds und die namibische Kirche verwaltet ihn und verteilt die Gelder des Fonds.

MĂŒller: „Nicht die deutschen Partner und Geldgeber entscheiden, welches Projekt in den Gemeinden und Kirchenkreisen der ELCRN gefördert wird, sondern ein Komitee in Namibia.“ So werde altes bevormundendes Denken ĂŒberwunden.

Aus dem Fonds können alle Gemeinden und Kirchenkreise der ELCRN gefördert werden. So werden auch die Partner in Tsumeb ermutigt, Projekte zu beantragen, die sie fĂŒr ihre Region fĂŒr sinnvoll und nachhaltig halten, erklĂ€rt Pfarrer Helmut MĂŒller. Zurzeit werde ĂŒber eine Erweiterung der SuppenkĂŒche nachgedacht, damit mehr arme Menschen kostenloses Essen bekommen können.

Schulungen verabredet

Vereinbart wurden auch Workshops bzw. Schulungen, damit namibische Gemeinden und Kirchenkreise in der Lage sind, Geld aus dem SolidaritĂ€tsfonds zu beantragen. Der Kirchenkreis An Sieg und Rhein zahlt einen Festbetrag an den SolidaritĂ€tsfonds. Wie alle deutschen Partner ist er gebeten, in den kommenden fĂŒnf Jahren eine Summe zu garantieren, damit die namibische Seite Planungssicherheit bekommt.

Stichwort Konsultation: „Die Welt, Kirche und Partnerschaften im Übergang“, so lautete das Thema der deutsch-namibischen Partnerschaftskonsultation, die sechste Partnerschaftskonsultation seit 1985. Die rund siebzig Delegierten werteten zunĂ€chst die bisherige Zusammenarbeit aus. Dann diskutierten sie, wie Kommunikation, ProjektunterstĂŒtzung und Weiterentwicklung von Strukturen im Sinne einer solidarischen Partnerschaft verbessert werden können.

Unvoreingenommene Kommunikation

„Es war beeindruckend zu erleben, wie siebzig Menschen mit den unterschiedlichsten Vorstellungen in dieser Woche zueinander gefunden haben“, berichtet Susanne von Campenhausen, die Delegierte aus dem Kirchenkreis An Sieg und Rhein. Diese Konsultation zeige einmal mehr, wie wichtig stĂ€ndiger Austausch und unvoreingenommene Kommunikation sind, um ein VerstĂ€ndnis fĂŒreinander zu erzeugen.

In einer feierlichen Zeremonie unterzeichneten schließlich die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Kirchen und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) das Windhoek Agreement.

VEM-Bericht ĂŒber Konsultation und Agreement 

GMÖ Köln-Bonn

Partnerschaft mit Tsumeb

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