Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein

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GEMEINDEBRIEF-MATERIAL Die Landessynode 2020

17.01.20

Die Evangelische Kirche im Rheinland will die StĂ€rken von Diakonie und Kirche noch besser zum Einsatz bringen: ihre flĂ€chenweite PrĂ€senz und die Orientierung an den BedĂŒrfnissen der Menschen. So sollen auch neue Chancen fĂŒr die vielfach ehrenamtlich geprĂ€gte diakonische Arbeit der Kirchengemeinden entstehen. Das ist eines der Ergebnisse der Landessynode 2020, dem obersten Leitungsgremium der rheinischen Kirche.

In der 206-köpfigen Synode vertritt eine Delegation von sechs Personen den Kirchenkreis An Sieg und Rhein mit seinen 33 Gemeinden. Diakonie war das Schwerpunkt-Thema der Landessynode 2020.

Superintendentin Almut van Niekerk in die Kirchenleitung gewÀhlt

Almut van Niekerk, die Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, ist neu als nebenamtliches theologisches Mitglied in die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland gewÀhlt worden. Die 52-jÀhrige Theologin bekam 170 von 194 Stimmen. Die Kirchenleitung hat 15 Mitglieder und ist das PrÀsidium der Landessynode.

Die rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer brachte in ihrem Grußwort zu Beginn der Synode ihre große WertschĂ€tzung gegenĂŒber der Arbeit der Diakonie zum Ausdruck. Die diakonische Arbeit sei eine große Ressource im Kampf gegen eine drohende Spaltung der Gesellschaft. DiakonieprĂ€sident Ulrich Lilie betonte mit Blick auf das diakonische Handeln: „Das noch junge 21. Jahrhundert muss ein Jahrhundert der Kooperationen sein.“

AufklĂ€rung ĂŒber gestiegene Kosten fĂŒr neue Finanz-Software

Aus Sicht von Superintendentin Almut van Niekerk hatte es das Thema Diakonie auf der Synode allerdings nicht leicht. „Alle waren durchaus interessiert an einem GesprĂ€ch darĂŒber, wie ‚Kirche‘ und ‚Diakonie‘ stĂ€rker gemeinsam wahrgenommen werden können und was man noch besser machen kann.“ Aber der Ärger ĂŒber die EinfĂŒhrung der neuen Finanz-Software war bei den Synodalen doch sehr groß. Sie forderten AufklĂ€rung ĂŒber gestiegene Kosten und fehlende frĂŒhzeitige Information. Daher hatte die Kirchenleitung die Aufarbeitung auch breit auf die Tagesordnung gesetzt. An jedem Tag ging es entweder im Plenum oder in Ausschusssitzungen um VersĂ€umnisse.

Ein externer Jurist, der Leitende Oberstaatsanwalt von Koblenz, hatte sich intensiv mit den HintergrĂŒnden beschĂ€ftigt. Sein Fazit: kein Anlass fĂŒr strafrechtliche Verfolgung, aber doch erhebliche VersĂ€umnisse. Die Landessynode ließ sich alles mit grĂ¶ĂŸter Aufmerksamkeit erlĂ€utern. Sie akzeptierte am Ende die Entschuldigung des PrĂ€ses.

Forderung nach Kindergrundsicherung

In Deutschland braucht es eine Kindergrundsicherung. Diese Forderung hat die Landessynode beschlossen. An die Stelle der Förderung von Kindern ĂŒber das Steuerrecht beziehungsweise ĂŒber verschiedene Sozialleistungen soll eine Kindergrundsicherung als eine Leistung mit niedrigschwelligem Zugang treten.

UnterstĂŒtzung der Seenotrettung „United4Rescue“

Zudem empfiehlt die Synode den Gemeinden, das SeenotrettungsbĂŒndnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten“ sowie die Aktion des BĂŒndnisses SeebrĂŒcke zu unterstĂŒtzen.

Internationale Ökumene: Von GMÖ zu RIO

Beschlossen hat die Synode der rheinischen Landeskirche auch eine neue Ökumenekonzeption. Deren Leitbild der Kirche entlang des Rheins ist das biblische Bild des lebendigen Flusses. Beschrieben werden nötige Kompetenzen fĂŒr die praktische Arbeit, beispielsweise dialogische und evangelistische, interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen sowie Versöhnungs- und Bildungskompetenz. Außerdem hat die Landessynode einen neuen „Rheinischen Dienst fĂŒr internationale Ökumene“, kurz RIO, beschlossen. Der bisherige Gemeindedienst fĂŒr Mission und Ökumene (GMÖ) soll in diese neue Struktur ĂŒberfĂŒhrt werden.

JĂŒdisches Leben kennenlernen, Erinnerungskultur stĂ€rken

Die Evangelische Kirche im Rheinland bleibt an der Seite des Judentums. Das hat die Landessynode aus Anlass des JubilĂ€ums 40 Jahre Synodalbeschluss „Zur Erneuerung des VerhĂ€ltnisses von Christen und Juden“ unter der Überschrift „Umkehr und Erneuerung“ bekrĂ€ftigt. Im Synodalbeschluss von 1980 hatte die Landessynode Mitverantwortung fĂŒr die Schoa und das Versagen der evangelischen Kirche angesichts der Ermordung von sechs Millionen JĂŒdinnen und Juden in der Zeit des Nationalsozialismus ĂŒbernommen. Im JubilĂ€umsbeschluss ruft die Synode dazu auf, jĂŒdisches Leben heute besser kennenzulernen und die Erinnerungskultur zu stĂ€rken. Antisemitismus mĂŒsse klar bekĂ€mpft werden.

Kirchentag soll ins Rheinland eingeladen werden

Der Deutsche Evangelische Kirchentag soll wieder in der Evangelischen Kirche im Rheinland stattfinden. Das hat die Landessynode beschlossen. Gedacht ist an einen Kirchentag ab dem Jahr 2027. Der Kirchentag hat regelmĂ€ĂŸig 100.000 Teilnehmende.

Schutz vor sexualisierter Gewalt in Gesetzesform gegossen

Vieles geschieht schon in der Landeskirche zum Schutz vor sexualisierter Gewalt. Bislang fehlte aber das rahmengebende Gesetz. Dies wurde nun vorgelegt und beschlossen.

Landessynodale des Kirchenkreises An Sieg und Rhein: Pfarrer Ingo Zöllich (v. l.), Pfarrer Carsten Schleef, Dr. Bernd Giernoth, Superintendentin Almut van Niekerk, Dr. Mark von Campenhausen und Jörg Schmitz. Foto in höherer Auflösung 

 

 

Superintendentin Almut van Niekerk, neues Mitglied
der Kirchenleitung. Foto in höherer Auflösung

 

 

Blick in eine Plenarsitzung der Landessynode.
Foto in höherer Auflösung 

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