Weihnachtsbotschaft: Alles ist gut. Jesus ist da.

von Anna Neumann

24.12.2021

Aus Liebe zu den Menschen hat sich Gott klein gemacht. Als Kind in der Krippe. Die Weihnachtsbotschaft von Pfarrer Carsten Schleef (Seelscheid).


Die Weihnachtsbotschaft von Pfarrer Carsten Schleef, der auch Assessor des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein ist, ist im Video zu sehen und zu hören. Hier der Text im Wortlaut:

Erinnern Sie sich noch? Barmherzigkeit ist ein großes Wort über diesem Jahr gewesen. Die Jahreslosung brachte es auf den Punkt: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Heute, im Rückblick gesehen ist das wie eine prophetische Zeitansage. Denn Barmherzigkeit tut Not in unserer Welt.

In der Advents- und Weihnachtszeit denken wir besonders an die Barmherzigkeit Gottes, unseres Vaters. Gott zeigt uns seine Barmherzigkeit darin, dass er sich aus Liebe für uns klein gemacht hat. Als Kind in der Krippe. Das ist das tiefe Geheimnis von Weihnachten: Der große Gott ganz klein.

Manches war in diesem Jahr auch kleiner und weniger als sonst. Der direkte, unmittelbare Kontakt zu Menschen, zu Arbeitskolleginnen, zu Freundinnen und Freunden; das frohe Feiern, die ausgelassenen Feste; die direkte Begegnung, Präsenz ohne Abstand; der drahtlose Austausch, die herzliche Umarmung; der lang ersehnte Urlaub, auch die festlichen Gottesdienste – alles war kleiner, bescheidener, weniger als wir es sonst gewohnt sind.

Für manchen war das eine Belastung, sogar eine Zumutung, für andere war es im Gegenteil eine Entlastung, sogar eine Befreiung: ein Balancieren zwischen Krisenmanagement und Transformation. Da hinein höre ich ein weises Wort aus der alten Kirche. „Nur was angenommen ist, kann erlöst werden.“

Gott hat das Menschsein angenommen. Und zwar nicht nur in dem Sinne, dass er es auf sich genommen hat. Sondern in dem viel tieferen Sinne, dass wir alle angenommen sein möchten. Vorbehaltlos bejaht und in den Arm genommen. Das hat Gott mit dem Menschsein gemacht. Er hat es umarmt! Und damit sind wir alle Angenommene, Umarmte, Getröstete, Heimgeholte, so wie wir sind.

Man kann es auch viel einfacher sagen. Als unsere Kinder noch klein waren, da gab es ein Lieblingsspiel „Ich spiele Pfarrer.“ Und einmal – ich kann mich noch sehr gut daran erinnern – da haben sie mitten im Spiel etwas so Großartiges und Wunderbares gesagt, was wohl nur aus Kindermund so kommen kann:

„Liebe Gemeinde. Alles ist gut. Jesus ist da. Tschüss und Amen.“

Ich finde, wenn Gott es sich selber erlaubt, als Kind auf die Welt zu kommen, also ich bitte uns, dann dürfte es doch auch für uns keinen Gesichtsverlust bedeuten, wenn wir zumindest an Weihnachten das Kind in uns zulassen. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten! Alles ist gut. Jesus ist da. Amen und Tschüss.

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