Zu ihrem Gedenken
von Redaktion EKASuR
02.03.2026
Maria Hohn ist angeblich an Entkräftung und Herzschwäche gestorben. Werner Reuter war im Zusammenhang mit der LVR-Ausstellung zu Medizinverbrechen in der NS-Zeit, die im vergangenen Jahr in der Evangelischen St. Bartholomäuskirche in Wahlscheid gezeigt wurde, auf sie aufmerksam geworden. Gemeinsam mit Pfarrer Thomas Weckbecker hatte er dann im letzten Jahr die Tötungsanstalt in Hadamar besucht. Beide konnten dort die Krankenakte von Maria Hohn einsehen und fanden u.a. auch Briefe von Familienangehörigen.
Als Mahnung und um das Andenken lebendig zu machen bzw. zu halten, kam man schnell zu dem Entschluss eine Gedenktafel für Maria Hohn zu erstellen und diese neben der Kirche mit Blick Richtung „Neue Mühle“, dem Wohnort von Maria Hohn, aufzustellen.
Im Abendmahlsgottesdienst am Vorabend des Jahrestages des Todes von Maria Hohn war es nun soweit. Die Gedenktafel für Maria Hohn wurde eingeweiht und im Anschluss an den Gottesdienst vor der Kirche angebracht. Lieder und Lesung waren passend zum Thema ausgewählt. So heißt es in Galater 5, dass niemand über einen anderen bestimmen darf, dass die Menschen alle gleich und Kinder Gottes sind.
„Das, was in der Nazi-Zeit passiert ist, darf nie wieder geschehen und das ist unsere gemeinsame Verantwortung“, betonte Bürgermeister Matthias Schmitz, der zur Einweihung der Gedenktafel gekommen war. Er wies auf die immense Bedeutung hin, Menschen wie Maria Hohn – als Teil lokaler Geschichte – aus der Anonymität zu holen. Maria Hohn war 1883 in Mülheim/Ruhr geboren worden. Mit Anfang/Mitte Zwanzig heiratete sie und lebte in Wahlscheid.
Fast 15.000 Menschen wurden von 1941 bis 1945 in der damaligen Tötungsanstalt Hadamar ermordet. Hierzu gehörten psychisch Erkrankte und Menschen mit Behinderung, es waren Alte und Junge, Männer, Frauen und Kinder. Die Menschen wurden durch Nahrungsentzug, Medikamentenverweigerung oder Überdosierung zu Tode gebracht.
Pfarrer Weckbecker berichtet am Sonntag auch von der Idee, eine Straße in Wahlscheid, die bisher noch keinen Namen hat, nach Maria Hohn zu benennen. Dafür sammelt Werner Reuter Unterschriften. Ein Antrag soll alsbald bei der Stadt eingereicht werden.
Nicole Swerbinka/AN