Austausch im "Zeitraum" - vorn der EAK-Vorsitzende Matthias Böhning und Superintendentin Almut van Niekerk.

Zeit und Raum für einen Brückenschlag

von Anna Neumann

19.02.2026

Es war ein intensiver Austausch: Vorstand und Mitglieder des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK) Rhein-Sieg haben sich einen Abend lang mit Superintendentin Almut van Niekerk getroffen.


Auch Mitglieder des Kreissynodalvorstands (KSV) nahmen an dem Treffen teil. Es war die erste Veranstaltung der neuen EAK-Reihe „EAK im Dialog“.

„Ich bin froh, dass wir diesen ,Zeitraum‘ gefunden haben“, sagte der EAK-Vorsitzende Matthias Böhning am Ende des Abends in Anspielung auf den Treffpunkt: den „Zeitraum“ für Diakonie und Bildung in der Siegburger City. Böhning lobte die Begegnung und die konstruktive Auseinandersetzung. Er bestätigte den „Schulterschluss“, den sich die Superintendentin gewünscht hat.

„Die Zusammengehörigkeit ist mir ein Anliegen“, hatte die leitende Geistliche des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein erklärt. Sie erhoffe sich regelmäßig Schnittmengen, Kontaktflächen und auch ehrliche Rückmeldungen. Einer ihrer weiteren Wünsche: gemeinsam die Demokratie stärken und sich gemeinsam leidenschaftlich für sie einsetzen.

Begonnen hatte der Abend mit der Bitte des EAK-Vorsitzenden um einen Einblick, wie es dem Kirchenkreis geht. Die Superintendentin erläuterte, dass die Kirche in der Region – wie überall – mit einem Rückgang von Mitgliedern zu tun hat, begründet durch den demografischen Wandel und durch Austritte. Als schmerzlich bezeichnete die Superintendentin auch die notwendigen Einsparungen.

Kirche geht dagegen in die Offensive: Almut van Niekerk benannte erfreuliche Aktionen wie das Tauffest 2024 mit seiner positiven Resonanz. Die Aktion „Einfach heiraten“ am 26.6.26 oder auch gemeindliche KonfiCamps nannte sie als weitere Beispiele für erfolgreiche evangelische Angebote.

Ob „Heiraten to go“ helfe, stellte ein EAK-Vorstandsmitglied in Frage, sorgte sich um einen „theologischen Ausverkauf“ und um Bindekraft über solche Events hinaus. In Hennef gibt es seit mehreren Jahren am Dorfteich in Heisterschoss Tauffeste. Aus dieser Erfahrung heraus konnte Pfarrer Dr. Stefan Heinemann vom KSV bestätigen: Tauffeste sprechen Menschen erfolgreich an. „Sie kommen auch mit dem zweiten Kind.“ Klar wurde: EAK und Kirche teilen das Anliegen, das evangelische Profil auch in diesen Zeiten wirklich deutlich zu machen.

In der ausgiebigen Diskussion der rund zwei Dutzend Teilnehmenden ging es EAK-Mitgliedern unter anderem auch um die Offenheit von kirchlichen Angeboten. Dass dies eingelöst wird, skizzierte die Superintendentin an Beispielen wie dem „Zeitraum“, wo es Bildung und Beratung für alle gibt, oder auch dem Kulturcafé für Jugendliche – nur eine Straßenecke weiter.

Auch evangelische Kitas stehen für Teilhabe und Offenheit für Kinder aller Religionen. Bei der Kita-Finanzierung sind Kirchengemeinden allerdings unter Druck – eine freiwillige Unterstützung durch Kommunen hilft enorm, weil das Land gut zehn Prozent Eigenanteil von Kirchen als sogenannten „reichen Trägern“ verlangt. Der EAK-Vorstand hörte bei diesem von der Superintendentin geäußerten Wunsch an die Politik aufmerksam hin und sagte zu, dieses Anliegen im Rahmen seiner Möglichkeiten in die politische Arbeit einzubringen.

Von allen Anwesenden geteilt wurde die Einschätzung, dass dieser interaktive Dialog ein gelungenes Format war, den Brückenschlag zwischen Politik und Kirche zu stärken.