Wir teilen Gottes Liebe
von Jeremie Niyiguha
20.11.2025
Seit einigen Wochen beherbergt die Evangelische Kirchengemeinde Niederkassel diese beiden internationalen Gäste. Okta Linawati und Napelya Lubis sind beide 29 Jahre alt. Sie kommen aus Pematang Siantar, Nordsumatra, und arbeiten als sog. Bibelfrauen, das ist ein eigener kirchlicher Beruf, in „Eben Eser“, einem Zentrum in der Huria Kristen Batak Protestan (HKBP), einer der protestantischen Kirchen in Indonesien.
Linawati und Lubis verbringen sechs Wochen in Deutschland. In ihrer Partnergemeinde in Niederkassel unterstützen sie die Gemeinde. Die beiden Gäste sind aktiv in viele Bereiche des Gemeindelebens eingebunden, darunter Gottesdienste, Kinder- und Jugendgruppen, Baby- und Kleinkindtreffen sowie Konfirmandenarbeit. Sie beteiligen sich auch am Interkulturcafé und an den Besuchen in Altenheimen. Sie sprechen mit Geflüchteten sowie mit Seniorinnen und Senioren.
Okta Linawati sagt: „Ich denke, alles, was wir hier tun, und alle Aktivitäten sind großartig. Wir haben viele neue Erfahrungen gemacht, die wir mit nach Hause nehmen können.“ Eine Erfahrung, die für sie besonders heraussticht, ist das Interkulturcafé: „Wir sahen viele Geflüchtete, die hierherkamen und Hilfe von der Kirche erhielten. Die Kirche hier ist sehr offen für Menschen aller Kulturen und Religionen. Es spielt keine Rolle, ob jemand evangelisch, katholisch, nichtkirchlich oder muslimisch ist – jeder ist willkommen.“
Sie schätzt auch, wie die Kinderarbeit in altersgerechten Gruppen organisiert ist: „In Indonesien kommen alle Kinder zusammen, aber hier werden sie nach Alter eingeteilt – Babys, Kinder mittleren Alters und ältere Kinder. Das ist eine gute Idee. Ich denke, die Kirche hier ist ein großartiger Ort für Kinder. Sie haben eine gute Art, mit ihnen und der Jugend zu arbeiten.“
Napelya Lubis ist besonders beeindruckt von der Konfirmandenarbeit: „In Indonesien lehrt der Pastor und die Schülerinnen und Schüler schreiben nur mit. Aber hier sind die Methoden anders – junge Menschen werden ermutigt, selbst zu denken, miteinander zu sprechen und durch verschiedene Aktivitäten zu lernen.“
Im Blick auf die verbleibenden drei Wochen freuen sich beide Gäste darauf, Städte wie Köln und Bonn zu besuchen und zum ersten Mal Schnee zu erleben. „Aber nur für einen Tag“, lacht Napelya, „weil es kalt ist!“. Sie hoffen auch, den Kölner Dom und die Berge zu besuchen.
Die Partnerschaft zwischen Eben Eser und Niederkassel besteht seit über 20 Jahren. Sie begann durch persönliche Verbindungen und gegenseitige Unterstützung – zuerst finanziell, dann durch regelmäßige Austauschbesuche. Pfarrerin Dr. Katharina Stork-Denker, seit elf Jahren eine von drei Pfarrpersonen in Niederkassel, sagt: „Es ist schön zu sehen, dass durch diesen Besuch mehr Menschen, einschließlich unserer Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen, mit dieser globalen Beziehung in Kontakt kommen. Der gemeinsame Glaube an Gott und seine Liebe, die wir mit allen Menschen teilen, verbindet uns.“
Außerdem sagt die Pfarrerin: „Es bereichert unser christliches Leben, über unsere eigene Kultur hinauszugehen, andere auf der Welt zu treffen und gemeinsam im Glauben zu wachsen, indem wir gemeinsam beten, voneinander lernen und die Bibel lesen.“
Die beiden Bibelfrauen im Gespräch
Interessierte können die beiden Bibelfrauen persönlich kennenlernen und sprechen: Am Donnerstag, 27. November, sind Okta Linawati und Napelya Lubis zu Gast in der Evangelischen Kirchengemeinde Beuel. Das Gespräch beginnt um 18 Uhr im Gemeindehaus Beuel-Mitte, Neustraße 4. Es wird auch einen Imbiss geben. Die Moderation übernimmt Helmut Müller, Pfarrer im Regionalen Dienst der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Zu diesem Abend laden die beiden Kirchengemeinden Beuel und Niederkassel gemeinsam ein. Beuel hat eine Partnerschaft mit der Gereja Kristen Protestan Indonesia (GKPI) – ebenfalls auf Nordsumatra.
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Infos über die Niederkasseler Partnerschaft mit Eben Eser und über Bibelfrauen