Von der Freiheit, Gemeinsinn auszuhandeln

von Redaktion EKASuR

01.10.2021

Wie können Menschen in Deutschland gut in einem freiheitlichen, demokratischen Gemeinwesen miteinander leben - und welchen Beitrag kann die Evangelische Kirche dazu leisten?


Diese Fragen nahm Prof. Dr. Cornelia Richter in den Blick – in der Hennefer Christuskirche referierte die Bonner Professorin für Systematische Theologie über „Freiheit – Recht oder Gnade? Was Kirche im Superwahljahr zur Demokratie sagen kann“. Richter verwies eingangs auf die Komplexität der aktuellen Lebenswelt, die Menschen häufig überfordert. Verführerisch erscheine dann die Flucht in einfache Scheinlösungen und Dogmatismus.

Aber hier – bei der mühseligen Arbeit des steten Überprüfens von Einstellungen und Handlungsweisen – biete gerade der christliche Glaube Unterstützung: Im Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit könnten Menschen Komplexität und Pluralismus leichter aushalten, so Richter, und sich konkreten Herausforderungen wie dem Klimawandel, Flüchtlingsbewegungen oder der Corona-Pandemie stellen.

An die Stelle eines abstrakten „Zustands Gemeinwohl“ trete sowohl in der Religion, als auch in Gesellschaft und Politik der Diskurs über den „Gemeinsinn“: Stets aufs Neue sei auszuhandeln, wer wir als Menschen sind und wie wir leben wollen. Diese Freiheit, sich als evangelische Christen immer wieder zusammen auf die Suche nach dem Gemeinsinn machen zu können, dürfe dabei durchaus als Gnade und Geschenk verstanden werden.

Die präsentierten Kerngedanken werden demnächst in einer Stellungnahme der „Kammer für öffentliche Verantwortung“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) publiziert, der Prof. Cornelia Richter angehört.

 

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