Vom großen Schatz der Vielfalt

von Anna Neumann

25.05.2026

Vielfalt ist "unser größter Schatz", sagte Helmut Müller bei seiner Verabschiedung als Pfarrer für internationale Ökumene, und ergänzte: Fundament von Vielfalt ist unsere Einzigartigkeit.


Vielfalt und Verständigung – das war das Thema beim Abschiedsgottesdienst in der Bonner Friedenskirche. Der Gottesdienst selbst war Inbegriff von Vielfalt und Verständigung.

Genau das richtige Thema für diesen Pfingstgottesdienst, der zusammen mit der Kishuaheli-Gemeinde der Region gestaltet und gefeiert wurde. Pfingsten, überliefert die Bibel, kam der Heilige Geist auf die Jünger Jesu herab. Menschen aus verschiedenen Nationen hörten das Evangelium in ihren eigenen Sprachen und konnten deshalb miteinander kommunizieren, einander zuhören und sich verstehen. Das ist die Pfingstgeschichte und das ist das Thema Verständigung, erklärte Pfarrer Yoram Karusya in seiner Predigt.

Der Heilige Geist schaffe einen sicheren Raum für Verständigung. Die Jünger waren versammelt, doch das bedeute nicht, „dass sie alle gleich dachten oder es keine Unterschiede gab“, so Pfarrer Karusya. „Der Heilige Geist beseitigte diese Unterschiede nicht, sondern befähigte sie, mit ihren Verschiedenheiten zusammenzuleben und Gemeinschaft zu haben.“

Außerdem erklärte Yoram Karusya: „Verständigung beginnt mit Staunen“, oft beginne sie nicht sofort, sondern erst mit Fragen und Unsicherheit. Der Heilige Geist bringe Antworten, nehme Zweifel und verwandele Verwirrung in Zusammenarbeit. Das gelte für die Ökumene: Sie entstehe nicht dadurch, dass Unterschiede beseitigt werden, sondern durch das ehrliche Gespräch miteinander.

Pfarrer Müller, der in diesem Gottesdienst von der Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein, Almut van Niekerk, aus dem Regionalen Dienst der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) entpflichtet wurde, betonte: Vielfalt, dieser große Schatz, sei auch in diesem Gottesdienst zu erleben: „Wir bereichern einander. Das tut unendlich gut.“