Petra Biesenthal

Sonnen- und Schattenseiten im Blick

von Anna Neumann

18.09.2025

Es ist ein besonderes Format, der "Segen für Singles". Dazu sind Menschen eingeladen, die sich von diesem Thema angesprochen fühlen. Ein Interview mit Petra Biesenthal vom Vorbereitungsteam.


Der zweite „Segen für Singles“ steht vor der Tür. Ist das nicht eine Konkurrenz für Sonntags-Gottesdienste?

Der Segen für Singles ist eine Ergänzung zu den traditionellen Gottesdiensten. Hier treffen sich Menschen in ähnlichen Lebenslagen und können über ihre Erfahrungen als Single mit all seinen Sonnen- und Schattenseiten sprechen und sich segnen lassen. In der Kirche wird die Lebensform Single selten thematisiert. Die klassischen Segensrituale haben fest definierte Lebensstationen im Blick. Ein Leben als Single kann mehrere Monate, Jahre oder Jahrzehnte dauern. Dabei stellen sich oft andere Fragen als in einer Paarbeziehung und Freundschaften bekommen einen besonderen Wert.

Im nächsten Jahr wird es in der Evangelischen Kirche rund um den 26.6.2026 ein weithin sichtbares Angebot unter der Überschrift „Einfach heiraten“ geben. Das finde ich großartig und das unterstütze ich auch gerne. Wichtig ist mir, dass ein Leben als Single im kirchlichen Kontext nicht als defizitäre Lebensform angesehen wird und es nicht grundsätzlich und für alle Singles erstrebenswert ist, eine Partnerschaft zu führen.

Wer sind Singles? Menschen die allein leben? Die ohne Partner*in leben? Die sich einsam fühlen – trotz Zweisamkeit?

Nach Definition ist ein Single eine erwachsene Person, die ohne feste soziale Bindung an eine Partnerin oder einen Partner sowie ohne minderjährige Kinder im Haushalt lebt. Zu unserer Segensfeier sind alle Menschen eingeladen, die sich von dem Thema angesprochen fühlen. Vielleicht ist jemand frisch getrennt oder lebt schon lange alleine. Menschen, die das Leben als Single rundum genießen sind genauso willkommen wie Menschen, die Sehnsucht nach einer partnerschaftlichen Verbindung spüren. Wir freuen uns über einen lebendigen Austausch in einer bunten Gruppe.

Der erste Segen für Singles war in einem Café. Warum geht es jetzt in eine Kirche?

Wir wollten gerne etwas Neues ausprobieren und sind mutig vor die Tür gegangen. Das hat vielleicht gerade kirchenfernen Singles den Zugang zu der Veranstaltung erleichtert, manche waren auch gespannt auf die Röstburg. Dass wir jetzt in die Auferstehungskirche in Siegburg gehen, hat zum einen organisatorische Gründe, zum anderen haben wir von mehreren Teilnehmenden der ersten Segensfeier gehört, dass sie vor allem wegen des Themas gekommen sind und nicht wegen der Location.

Worauf sind Sie besonders gespannt?

Ich bin gespannt, wie viele Menschen wir mit unserer Einladung erreichen. Beim ersten Segen für Singles waren wir überwältigt, dass die Röstburg bis auf den letzten Platz besetzt war. Gespannt bin ich auch auf die persönlichen Begegnungen und die Segnungen am Ende der Segensfeier. Einzelpersonen können gesegnet werde, wir segnen aber auch Freundschaften zwischen Menschen, die sich versprechen möchten, füreinander da zu sein. Bei den Segnungen haben wir im letzten Jahr sehr bewegende Momente erlebt. Es macht unserem Team viel Freude, den Segen für Singles vorzubereiten und durchzuführen. Wir möchten das Angebot gerne verstetigen und jedes Jahr im Herbst dazu einladen.

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Der „Segen für Singles“ findet am 10. Oktober, 18 Uhr, statt.

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