Osterbotschaft: Gedanken über das Grenzland

von Redaktion EKASuR

13.04.2022

Video von Carsten Schleef, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Seelscheid und Assessor, also stellvertretender Superintendent, des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein


Der Theologe erzählt, wie er in den Urlaub unterwegs ist. An der Schweizer Grenze guckt der Grenzer nur kurz ins Auto, winkt die Familie durch. Eine Grenzüberschreitung binnen Sekunden, ein Akt von Freundlichkeit an einer Grenze, an der Frieden herrscht. „An anderen Grenzen geht es zurzeit schlimm zu. Die Ukraine ist Schauplatz gewaltsamer Grenzverletzungen.“ Mitten in Europa sterben Menschen in diesem russischen Angriffskrieg.

„Ukraine heißt übersetzt Grenzland“, erklärt Schleef in seinem Oster-Video. Grenzen und Grenzüberschreitungen sind sein Thema. Gedreht wurde auf dem Seelscheider Friedhof – „auch so ein Grenzland“.

Schleef: „Die Grenze, die hier gezogen ist, verläuft zwischen Tod und Leben. Daran erinnert uns der Grabstein.“ Wie der Grenzstein, der die Grenze zwischen zwei Regionen markiert, eine Einigung für friedliches Miteinander.

„Der Grabstein als Grenzstein markiert die Grenze zwischen Leben und Tod, zwischen unserem irdischen und unserem himmlischen Leben, das uns Gott verheißen hat. Wenn wir einen Grabstein bepflanzen, ein Grab schmücken, eine Kerze an der Grabstätte entzünden oder sie einfach nur besuchen, so ist das ein Ausdruck dieses Friedens: Es herrscht Frieden zwischen diesen beiden Regionen, zwischen dem Sterben und dem Leben.“

Und das erklärt sich so: „Weil Gott definitiv Frieden für uns geschlossen hat. Dafür steht das Kreuz, dafür steht seine Auferstehung, die wir an Ostern feiern. Denn er hat die Grenze des Todes überwunden, indem er uns auf unserem letzten Weg durch den Tod vorausgegangen ist. Und damit Frieden gemacht hat. Nicht mit Gewalt, sondern mit der Ohnmacht seiner Liebe. Darum hören wir als Kirche nicht auf, um Frieden für das „Grenzland“ Ukraine zu beten.“

Pfarrer Schleef: „Unsere Hoffnung und unser Glaube ist: Das Ende ist kein Ende. Am Schluss ist nicht Schluss. Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Frohe Ostern!“

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