Schulung von Lektor*innen

Mit Schwung zum Lesepult

von Redaktion EKASuR

29.09.2025

Kurz vor dem Sonntagsgottesdienst – die Pfarrperson fällt krankheitsbedingt aus. Und jetzt? Was tun? Diese Herausforderung haben manche schon erlebt - in Zeiten, da Pfarrpersonen weniger werden.


Der Evangelische Kirchenkreis An Sieg und Rhein hat sich deshalb entschlossen, interessierte Gemeindeglieder gezielt auf solche Ausnahmefälle vorzubereiten: Mit einer neuen Lektorenschulung, die jetzt an zwei Abenden in der Emmauskirche in Menden stattfand.

Die zentrale Frage lautete: Was passiert, wenn plötzlich keine ordinierte Person zur Verfügung steht? Dürfen Abendmahlsfeier, Predigt und Segen auch von Nicht-Ordinierten übernommen werden? Worauf ist rechtlich und theologisch zu achten? Im Notfall muss schnell klar sein, wie ein Gottesdienst gekürzt, angepasst oder durchgeführt werden kann – und wer welche Aufgaben übernehmen darf .

Eine vierköpfige Arbeitsgruppe des Kreissynodalvorstands hatte dazu eine praxisnahe Schulung entwickelt. Ziel war, Teilnehmenden die nötige Sicherheit zu geben, einen schriftlich vorbereiteten Gottesdienst-Entwurf mit der Gemeinde zu feiern – wenn Pfarrerin oder Prädikant kurzfristig ausfallen sollten und die Superintendentin ihre Einwilligung gibt.

Am zweiten Abend berichtete eine Teilnehmerin begeistert von ihrem Lernerfolg beim Vortragscoaching: „Am letzten Sonntag habe ich das Feedback vom ersten Treffen gleich mal umgesetzt. Mit Schwung bin ich nach vorn zum Lesepult, habe vorgelesen – und keiner hat hinterher noch mal gesagt, ich sei zu leise.“

Solche Erfahrungen machen Mut, im Notfall das Wort zu ergreifen. In kleinen Gruppen übten die Teilnehmer*innen, wie sie in kurzer Zeit aus seriösen Quellen einen einfachen Gottesdienst vom Wochenpsalm bis zur Lesepredigt zusammenstellen.

Darüber hinaus vermittelte die Lektorenschulung unter Leitung von Pfarrer Stefan Heinemann in entspannter Atmosphäre Grundlagen der Gottesdienst-Theorie und Tipps für sicheres Auftreten vor der Gemeinde. Viel Raum blieb für gute Gespräche, kollegiale Unterstützung und den gemeinsamen Genuss leckerer Schnittchen – ein Zeichen für lebendige Gemeinschaft im Kirchenkreis.