Gruppenarbeit beim Konzeptions-Workshop
Gruppenarbeit beim Konzeptions-Workshop

Kirchenkreis-Konzeption – Weitere Entwicklung wird breit diskutiert

von Anna Neumann

28.09.2020

Eine Art Sandwich - zwischen Kirchengemeinden und Landeskirche? Tankstelle, Dienstleisterin und Aufseherin in einem? In einem breiten angelegten Prozess wird zurzeit die Konzeption neu entwickelt.


Ein Lenkungsausschuss, eingesetzt von der Kreissynode, betreibt die Erarbeitung des neuen Konzeption des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein. In der Aula der Grundschule in Seelscheid haben nun rund sechzig Vertreter*innen aus Gemeinden und kreiskirchlichen Dienststellen einen Tag lang „das Feld weit aufgemacht“, wie Pfarrer Carsten Schleef sagte. Der stellvertretende Superintendent (Assessor) leitet den Lenkungsausschuss.

Wie soll evangelische Kirche in der Region aussehen, wie soll man sich ihre gute Zukunft ausmalen – diese Fragen soll die Konzeption beantworten. „Aufgaben 2022 plus“ lautet der Titel des Prozesses. Alle kirchlichen Ebenen sind regelmäßig – rund alle fünf Jahre – verpflichtet, ihre Konzeption zu erneuern, folglich auch der Kirchenkreis.

Prioritäten erarbeiten

Welche Aufgaben sind künftig bezahlbar? Welche Prioritäten sollen gelten? Auch dazu soll die Konzeption Klarheit bringen, die nun neu entwickelt werden soll. Der ganztägige Workshop machte dazu im Prinzip den Anfang. Am Ende wird ein Operationalisierungs-Workshop auf die Zielgerade führen.

Die Beteiligten erkundeten im Hauptteil des Workshops bilanzierende Fragen: Wo liegen bisherigen Stärken, welche Schwächen werden ausgemacht? Methodisch lief das in einem Gallery Walk: Gruppen von sieben, acht Personen diskutierten die Aspekte an acht Stellwänden hintereinander, jede Gruppe hat sich jede Stellwand und damit jede Fragestellung vorgeknöpft.

Konkrete Arbeitsfelder angesprochen

Wir brauchen mehr Jugendarbeit, gemeinsam organisierte Taizéfahrten, eine Konfifahrt in die USA – solche Vorschläge kamen beispielsweise auf. Die Flüchtlings- und Migrationsarbeit gehört zu den Stärken, die fortgeführt werden sollten. Die Inklusionsarbeit – eine der beiden Stellen ist zurzeit unbesetzt – fehle, wurde bemängelt. Als hilfreich wurden Gremienberatung und Controlling genannt. Bei finanziellen Abwicklungen gibt es zwischen Gemeindebüros und kreiskirchlichem Verwaltungsamt Verbesserungsbedarf.

Gefunden wurden auch Aufgaben, die nicht auf die mittelfristige konzeptionelle To-Do-Liste gehören, sondern direkt und jetzt angepackt, wie ein Tickting-Tool, das Corona-sichere Weihnachtsgottesdienste organisieren hilft.

Die „Aufgaben 2022 plus“ werden nun in nächsten Workshops und Beratungen des Lenkungsausschusses weiter entwickelt.