Impfgerechtigkeit weltweit: Kirche alarmiert die Politik

von Anna Neumann

30.07.2021

An Rhein und Sieg kann man einfach ins Impfzentrum in Sankt Augustin radeln, sich anmelden und impfen lassen. Corona-Impfstoff in wirtschaftlich armen Ländern dagegen ist Mangelware. Im doppelten Sinn


Die Rede ist von in der Europäischen Union nicht zugelassenem oder einfach nicht vorhandenem Impfstoff. „Viele Länder Afrikas und Asiens tragen die größte Coronalast“, heißt es in einem Brief des Vorstands des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein an regionale Politikerinnen und Politiker. Sie werden inständig gebeten, sich für Impfgerechtigkeit einzusetzen. Mit dem Brief macht der Vorstand die Politik mit dem Beschluss der Kreissynode für Impfgerechtigkeit vertraut.

 

„Verbunden durch viele Partnerschaften liegen uns die Menschen der armen Regionen dieser Welt besonders am Herzen.“ Der Kirchenkreis drängt darauf, Impfstoffe in ärmeren Ländern frei zugänglich zu machen, eine Forderung auch von Organisationen wie „Brot für die Welt“ und „Vereinte Evangelische Mission“ (VEM). Der Brief ging an Bürgermeister*innen, Bundestagesabgeordnete und Landtagsabgeordnete an Rhein und Sieg.

 

Ebenfalls in den vergangenen Tagen hat der stellvertretende VEM-Generalsekretär die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe angeschrieben: „In vielen Ländern wie in Namibia und Südafrika hat sich die Situation angesichts der Pandemie mit neuen Varianten des Virus und mangelnder Verfügbarkeit von Impfstoffen dramatisch verschlechtert.“ Aus den Mitgliedskirchen kämen Notrufe. Deshalb bittet er die Menschenrechtsbeauftragte, sich mit allen Mitteln in der Bundesregierung für eine schnelle und gerechte Verteilung von Impfstoffen einzusetzen. Es dürfe keine „Zwei-Klassen-Impfung“ geben. In der EU nicht zugelassene Impfstoffe nach Afrika zu senden, erinnere an vergangene koloniale Zeiten.

 

Links

Bericht Beschluss der Kreissynode zu Impfgerechtigkeit
Pressemitteilung der VEM