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Hilfe für Menschen aus der Ukraine

von Jeremie Niyiguha

24.02.2026

„Unsere Motivation ist es, Menschen zu helfen, die alles verloren haben und hier bei null wieder anfangen müssen.“ Das sagt Pfarrer Thomas Weckbecker aus Wahlscheid.


Weiter sagt er: „Durch Unterstützung für Geflüchtete, Benefizkonzerte und Friedensgebete wollen wir zeigen, dass es uns wichtig ist, den von Krieg Betroffenen zu helfen – sowohl hier als auch in der Ukraine.“ Seit Beginn des Krieges in der Ukraine unterstützen Kirchengemeinden im Evangelischen Kirchenkreis An Sieg und Rhein Menschen, die vom Krieg betroffen sind. Ihr Engagement hat sich im Laufe der Zeit geändert, um sowohl auf Bedürfnisse als auch auf die längerfristigen Herausforderungen von Geflüchteten einzugehen.

Laut Pfarrer Thomas Weckbecker aus der Gemeinde Wahlscheid begann die Unterstützung der Menschen aus der Ukraine, als die ersten Geflüchteten in der Region ankamen. In der Anfangsphase organisierte die Gemeinde wöchentliche Treffen bei Kaffee, um einen Raum für soziale Kontakte und Austausch zu schaffen. Zusätzlich wurden Treffen für Mütter und ihre Kinder angeboten, um die Bedürfnisse der Familien, die vor dem Krieg geflohen waren zu unterstützen. Heute vor vier Jahren begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.

In den ersten Monaten wurden diese Angebote gut besucht. Viele Menschen aus der Ukraine nahmen die Unterstützung der Kirche in Anspruch. Mit der Zeit nahm die Teilnahme jedoch ab. Da immer weniger Menschen an den Treffen teilnahmen, stellte die Gemeinde schließlich einige dieser regelmäßigen Angebote ein und passte ihre Aktivitäten an die veränderte Situation an.

Praktische Hilfe spielte ebenfalls eine wichtige Rolle. Anfangs waren Geflüchtete in einem alten Hotel in der Nähe der Kirche in Wahlscheid untergebracht. In dieser Zeit half die Gemeinde beispielsweise dabei, Dokumente zu kopieren. Sie halfen beim Transport zur Tafel in Lohmar. Und sie boten Zugang zum kostenlosen WLAN der Kirche. Auf diese Weise konnten die Menschen aus der Ukraine mit Angehörigen in Kontakt bleiben und Informationen abrufen.

In einem konkreten Fall führte die Unterstützung der Kirche dazu, dass ein Geflüchteter die Möglichkeit erhielt, im Altenheim Wahlscheid zu arbeiten. Ein wichtiger Schritt in Richtung Integration und Selbstständigkeit.

Pfarrer Thomas Weckbecker erläutert die Hilfe weiter so: „Die Menschen sind gezwungen, unter sehr begrenzten Ressourcen ein neues Leben zu beginnen.“ Gleichzeitig beschränkt sich die Unterstützung der Kirche nicht nur auf praktische Hilfe. Durch Friedensgebete und öffentliche Veranstaltungen wollen die Gemeinden ihre Solidarität mit den vom Krieg in der Ukraine Betroffenen zum Ausdruck bringen.

Das Engagement im Kirchenkreis ist bis heute vielfältig. In Wahlscheid hat die aus der Ukraine stammende Geigerin und Komponistin Katja Suglobina ein Benefizkonzert gegeben. In Troisdorf fand im Januar eine politische Diskussionsveranstaltung statt, die sich mit dem Krieg in der Ukraine beschäftigte.