Füreinander dasein, einander helfen
von Redaktion EKASuR
01.12.2025
Die traditionelle Adventssammlung, bei der seit 75 Jahren engagierte Sammler*innen von Tür zu Tür gehen und für soziale Zwecke Spenden erbitten, ist nun modernisiert. Wie bisher dienen die eingesammelten Gelder sozialen Hilfen. So ist das auch im Evangelischen Kirchenkreis An Sieg und Rhein. In Overath geht ein ordentlicher Betrag an die dortige Tafel. Siegburg und Wahlscheid tragen zu den Hilfen für Kinder von psychisch oder suchterkrankten Eltern der Diakonie An Sieg und Rhein bei.
Neu und passend zu den heutigen Lebensgewohnheiten sind die Möglichkeiten für digitales Spenden. Verblüffend einfach und auf persönliche Begegnung von Mensch zu Mensch ist die Spende von EC- oder Kreditkarte zu Handy-App. Diese Option ist Teil der von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und den Caritasverbänden komplett relaunchten Aktion „Füreinander. Für hier“. Das alles wurde beim Gottesdienst in Troisdorf vorgestellt.
„Wir wollen etwas weitergeben“, warb Pfarrer Ulrich T. Christenn von der Diakonie RWL im Gottesdienst für fleißige Spenden. Dabei könne jede und jeder selbst bestimmen, ob weltweite Gerechtigkeit oder die Not in der Nachbarschaft das Spendenziel sein soll.
Patrick Ehmann, Geschäftsführer der Diakonie An Sieg und Rhein, sagte in dem Gottesdienst, den ein Solistenensemble mit Johann Sebastian Bachs Kantate „Wachet auf, ruf uns die Stimme“ feierlich gestaltete: „Menschen sind bedürftig, sie sind angewiesen aufeinander und auf Gott“. Suchterkrankten werde fehlende Selbstkontrolle vorgehalten. Doch: „Niemand hat Bock darauf, süchtig zu sein.“ Ehmanns zweites Beispiel: Geflüchteten würden aufgefordert, ihr Leben zuhause aufzubauen. Dabei werde das Zuhause von unseren Waffen und unserem Klimawandel zerstört. „Niemand hat Bock darauf zu fliehen.“ Diakonie sei kein Add-on, sondern Identität von Kirche, sichtbar in der Flüchtlingsarbeit, in der Schwangerenberatung, in der Suchthilfe. Wie eine lokale Hilfe aussehen kann, machte Pfarrer Michael Lunkenheimer deutlich. Er stellte den ökumenischen Mittagstisch in Troisdorf-Oberlar vor.
Die innere Verbindung der Bach-Kantate, des ihr zugrundliegenden alttestamentlichen Textes des Propheten Sacharja und der diakonischen Hilfen zeichnete Superintendentin Almut van Niekerk in ihrer Predigt nach. Erwartet wird Jesus, Gottes Sohn, dessen Kommen „alles und alle verändert“. Ein König, der nicht mit Macht kommt, sondern mit Demut und Friede. „Er ist ein Gerechter und Retter“, erklärte die Superintendentin, die auch Vorstandsvorsitzende der Diakonie An Sieg und Rhein ist.
Damals wie heute haben Menschen mit existenziellen Problemen zu kämpfen, sei es Wohnraum, ein warmes Essen, Sucht, die Sorge um die Zukunft der Kinder. Zur Entmutigung kommen Panikmacher hinzu. Jesus dagegen stehe für Hilfe und Rettung. „Jesus ist nah – das feiern wir im Advent.“ Und die Freude darüber mache uns stark – „füreinander“.
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