Für Menschlichkeit und Heilung eintreten
von Jeremie Niyiguha
11.08.2025
Sünde ist alles, was die Menschheit von Gott und die Menschen voneinander trennt. Das machte Pfarrer Albi Roebke klar – bei “Much bleibt bunt”, der Mahnwache gegen Rassismus, Ausgrenzung, Hass und Gewalt. Anlass war das Sommerfest der örtlichen AFD. Eingeladen zur Mahnwache an der “Fatimakapelle” hatte das Mucher Bündnis für Demokratie, das Roebke als evangelischen Gemeindepfarrer um eine der Reden gebeten hatte. Der Theologe erinnerte die rund 150 Beteiligten daran, dass das biblische Konzept der Sünde weit über individuelle Verfehlungen hinausgeht und einen Zustand der Trennung von Gott und voneinander beschreibt.
In diesem Verständnis erhält Sünde eine umfassende und sozial relevante Bedeutung. „Sünde“ ist dort, wo wir ausgrenzen. Wo wir Grenzen errichten. Wo wir sagen, dass jemand aufgrund seiner Hautfarbe, seiner Religion, seiner sexuellen Orientierung oder aus einem anderen Grund nicht dazugehört, erläuterte Pfarrer Roebke bei der Anti-AFD-Mahnwache an der Fatimakapelle, die sich als steingewordene Erinnerung an Leid, Trauer und Verzweiflung des Zweiten Weltkriegs versteht.
Weiter sagte Pfarrer Roebke, der neben seinem Gemeindedienst in Much auch als evangelischer Notfallseelsorger der Region Bonn-Rhein-Sieg arbeitet: „Die christliche Botschaft ist eine Botschaft der Heilung, der Überwindung von Trennung. Wo immer Brücken gebaut werden, wo immer wir aufeinander zugehen, dort widerstehen wir der Sünde.“
Wenn Menschen zwischen Menschen Mauern errichten, wenn wir Türen verschließen, das Leiden anderer ignorieren oder Systeme der Ausgrenzung stillschweigend akzeptieren, tragen wir zu dieser Trennung bei. Heilung der Sünde beginner dort, wo Spaltung durch Inklusion, Mitgefühl und menschliche Verbundenheit überwunden wird.
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Website der Evangelischen Kirchengemeinde Much