Gegen Kürzungen bei „weltwärts“
von Anna Neumann
21.10.2026
Sie wenden sich gegen geplante Kürzungen im „weltwärts“-Programm, dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst der Bundesregierung, angesiedelt im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Freiwilligen stammen aus Argentinien, Botswana, Hongkong, Indonesien, Ruanda und Tansania.
Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Die Haushaltsberatungen für 2027 laufen und der Haushaltsausschuss klärt strittige Fragen in seiner Bereinigungssitzung am 12. November. Am 27. November soll der Bundestag namentlich über den Haushalt abstimmen. Die Freiwilligen bitten die angeschriebenen Abgeordneten, „weltwärts“ bei dieser Entscheidung vor weiteren Einsparungen zu bewahren. Bereits im Haushalt 2026 hat der Bund das Programm um vier Millionen Euro gekürzt. Der größte Teil der Einsparungen geht zulasten der Trägerorganisationen, die Freiwillige ins Ausland entsenden. Trägerorganisationen wie die VEM spüren diese Kürzungen.
„Ich halte es für ein falsches Signal, gerade jetzt an einem Programm zu sparen, das internationale Verständigung und zivilgesellschaftliches Engagement stärkt“, sagt Lisa Bergmann, Teamleiterin der Freiwilligenprogramme bei der VEM. „Ich erlebe seit fast zehn Jahren, welchen Unterschied internationale Freiwilligendienste für junge Menschen und unsere Mitgliedsorganisationen machen. Die geplanten Kürzungen bei ,weltwärts‘ würden eine Arbeit treffen, die nachhaltige Wirkung entfaltet.“
Am Freiwilligenprogramm der VEM ist der Evangelische Kirchenkreis An Sieg und Rhein beteiligt: 2025/2026 hat ein Freiwilliger aus Ruanda zwölf Monate im Kirchenkreis mitgearbeitet. Zum April 2027 erwartet der Kirchenkreis ein zweites Mal eine Freiwillige, dieses Mal aus Asien. Jeweils legt der Kirchenkreis eigene Ökumene-Mittel dazu. Superintendentin Almut van Niekerk: „Den internationalen Austausch von jungen Erwachsenen halten wir für wichtiger denn je, kirchlich und gesellschaftlich. Diese Begegnungen vermitteln Erfahrungen von Vielfalt und dienen dem Frieden.“