Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein

Zeughausstraße 7-9 | 53721 Siegburg | Telefon: 02241 - 54940 | www.ekasur.de

Aktuelles

Zwischen Reichtum und Katastrophe

10.11.19

Ă–kumenische Erfahrungen standen im Mittelpunkt des EinfĂĽhrungsgottesdienstes fĂĽr den neuen GMĂ–-Pfarrer Helmut MĂĽller

Foto: Anna Neumann
Heute fand die feierliche Einführung von GMÖ Pfarrer Helmut Müller in Herkenrath statt. Auf dem Foto (von links): Gabriele Schweflinghausen (GMÖ-Büro), Editha Royek (Kuratoriumsvorsitzende), Ursula Thome (GMÖ-Pfarrerin Westliches Ruhrgebiet), Jörg Schmidt (Pfarrer, Herkenrath), Helmut Müller, Hanser Brandt-von Bülow (Kuratorium), Almut van Niekerk

Seine neue Gemeinde ist etwas Besonderes: „eine gemeindeĂĽbergreifende Gemeinde - etwas fĂĽr Fortgeschrittene“. So beschrieb Superintendentin Almut van Niekerk die Pfarrstelle, in die sie den Theologen Helmut MĂĽller am Sonntag in Bergisch Gladbach-Herkenrath eingefĂĽhrt hat: den Gemeindedienst fĂĽr Mission und Ă–kumene (GMĂ–) Köln-Bonn. Der GMĂ– Köln-Bonn, einer von sechs dieser Dienste in der Evangelischen Kirche im Rheinland, fördert die internationalen Beziehungen in sieben Kirchenkreisen und ihren Gemeinden: An der Agger, Bad Godesberg-Voreifel, Bonn, Köln-Mitte, Köln-Nord, Köln-Rechtsrheinisch und An Sieg und Rhein. 

Im Mittelpunkt von MĂĽllers Dienst stehen ökumenische Partnerschaften zu Kirchen und ihren Gemeinden - zum Beispiel in Namibia, Indonesien, dem Kongo. Ă–kumenische Kontakte machen reich, weiten den Horizont, stecken im Glauben an, so das Selbstverständnis im GMĂ–. Zugleich gibt es UnterstĂĽtzung bei den Schwierigkeiten, mit denen die Partnerkirchen zu kämpfen haben. So sprach Pfarrer MĂĽller in seiner Predigt den von Gewalt geprägten Alltag der Menschen in der Demokratischen Republik im Kongo an; die Kirchenkreise Köln-Rechtsrheinisch und Kalungu sind  partnerschaftlich verbunden. Zu den Ursachen der Gewalt zähle „paradoxerweise gerade der Reichtum des Landes. Rivalisierende Rebellentruppen kämpfen erbittert um Diamanten und Rohstoffe wie Coltan, Cobalt und Gold.“

Und so beklagt der Superintendent in Kalungu, dass seinen Gemeindemitgliedern die Glaubenskraft verloren gehe. Hat Gott sie verlassen? Vertrauen auf Veränderung schwinde.  Hoffnung darauf, die katastrophale Situation zu meistern, sinke. Dem setzte Pfarrer MĂĽller die Bibelstelle entgegen, die der Gottesdienst an diesem Sonntag wie auch der vergangene Kirchentag in Dortmund zum Thema hat: Vertrauen. Genau heiĂźt es im Hebräer-Brief 10,35: „Werft Euer Vertrauen nicht weg, es bringt groĂźen Lohn mit sich.“ 

„Vertrauen lässt sich nicht verordnen, aber einüben“

Vertrauen lasse sich nicht verordnen, räumte MĂĽller ein. Aber: „Vertrauen lässt sich miteinander einĂĽben. Unsere Partnerschaften sind dafĂĽr ein phantastisches Lernfeld.“ Dabei hat der Theologe soeben bei einer Partnerschaftskonsultation in Namibia erlebt, wie Vertrauen wächst - und doch wieder plötzlich erschĂĽttert wird. Als deutsche und namibische Seite in getrennten Arbeitsgruppen weiterberaten sollten, entstand auf namibischer Seite die Angst, die weiĂźen Partner wĂĽrden den Einheimischen doch etwas ĂĽberstĂĽlpen. „Alte Wunden der Kolonialzeit, der Apartheid, MinderwertigkeitsgefĂĽhle brachen von einer Minute zu nächsten neu auf.“ Vertrauen nicht weggeworfen: Am Ende hielt das Vertrauen zueinander; eine gemeinsame Leitschnur fĂĽr die partnerschaftliche Zusammenarbeit kam zustande. 


Pfarrer Helmut MĂĽller an der Marimba.

Müller (59) stammt aus Mönchengladbach. Nach seinem Theologiestudium in Münster, Tübingen und Heidelberg kam er nach Oberhausen - zunächst als Vikar, bis zuletzt als Gemeindepfarrer. Fast drei Jahrzehnte war er in der Evangelischen Markus-Kirchengemeinde Oberhausen tätig. Ökumene, Flüchtlinge und Musik - diese besonderen thematischen Leidenschaften bringt Helmut Müller nun weiter ein als GMÖ-Pfarrer.

Der GMÖ insgesamt ist im Umbruch, steht vor einer Umstrukturierung, daran erinnerte in einem Grußwort am Sonntag Pfarrerin Ursula Thomé, GMÖ-Kollegin von Müller im Westlichen Ruhrgebiet. Pfarrerin Editha Royek, die Vorsitzende des Kuratoriums des GMÖ Köln-Bonn, versichert allerdings: „Was bleiben wird, ist die Zuständigkeit für sieben Kirchenkreise und deren Partnerschaften.“

www.gmoe.de

Text: Anna Neumann

Kontakt

Sarala Christensen
ZeughausstraĂźe 7-9
53721 Siegburg
Fon: 0 22 41 - 54 94 50
Fax: 0 22 41 - 54 94 54
oeffentlichkeitsarbeit.
ekasur@ekir.de

© 2009 Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein | Zeughausstr. 7-9, 53721 Siegburg | Fon: 02241/5494-0 | Impressum | Datenschutzerklärung