Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein

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Aktuelles

Sondersynode beschließt verbesserte Standards in der Verwaltung

16.09.18
Foto: Sarala Christensen
v.l.n.r.: Oberkirchenrätin Henrike Tetz, Superintendentin Almut van Niekerk, KSV-Mitglieder: Dr. Mark von Campenhausen, Christina Schramm, Dr. Bernd Giernoth, Peter Gottke, Carsten Schleef, Silvia Franken, Doris Hochschild, Simon Schilling

Auf der au√üerordentlichen Synode am Freitag, dem 14. September, versammelten sich 137 Abgeordnete in der Gemeinschaftsgrundschule Seelscheid, um √ľber strukturelle Ver√§nderungen in der kirchlichen Verwaltung und die daraus resultierende Bemessung der kreiskirchlichen Umlage f√ľr das Haushaltsjahr 2019 im Evangelischen Kirchenkreis An Sieg und Rhein (Ekasur) zu diskutieren und abzustimmen.

Oberkirchenrätin Henrike Tetz zu Gast auf der Synode

Zu entscheiden war √ľber die personelle Aufstockung um 7,5 Stellen im Verwaltungsamt des Kirchenkreises in Siegburg. Superintendentin und Pfarrerin Almut van Niekerk begr√ľ√üte die Delegierten aus den 33 Kirchengemeinden und den kreiskirchlichen Einrichtungen. Gast auf der Sondersynode war die im Januar auf der Landessynode gew√§hlte Oberkirchenr√§tin Henrike Tetz, die seither im Landeskirchenamt die Abteilung Erziehung und Bildung verantwortet. Die Kirchenr√§tin sprach ein Gru√üwort und w√ľnschte den Synodalen ‚ÄěGottes Segen und Geistesgegenwart‚Äú beim Treffen von zukunftsweisenden Entscheidungen. Tetz ist die Verbindungsperson vom Evangelischen Kirchenkreis An Sieg und Rhein zur Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR).

Im ersten Teil des Abends stellte Verwaltungsleiterin Elisabeth von Tiesenhausen in einem ausf√ľhrlichen Vortrag die derzeitige Organisation und die bisherigen Abl√§ufe im Verwaltungsamt vor und erl√§uterte zugleich in welchen Bereichen eine Anpassung der Organisation erforderlich ist. Das Verwaltungsamt ben√∂tigt 7,5 neue Stellen, um auf die neuen gesetzlichen Anforderungen reagieren zu k√∂nnen und die Kirchengemeinden besser von der F√ľlle der Aufgaben vor Ort entlasten zu k√∂nnen.

Im Januar 2013 wurde von der Landeskirche das Verwaltungsstrukturgesetz verabschiedet, das im Kirchenkreis noch nicht vollst√§ndig umgesetzt ist. Als neue Pflichtbereiche kommen unter anderem das Controlling, eine Gremienbetreuung sowie ein strategisches Immobilienmanagement f√ľr die 33 Kirchengemeinden hinzu. Zus√§tzlich kommen auf die Kirchenkreise neue Anforderungen zu. Zum Beispiel sind Kirchengemeinden als K√∂rperschaften des √∂ffentlichen Rechts durch ein EU-Gesetz ab 2021 umsatzsteuerpflichtig. Die Finanzabteilung m√ľsse daher deutlich kurzfristiger Haushaltspl√§ne und Periodenabschl√ľsse erstellen und an das jeweilige Finanzamt liefern, so von Tiesenhausen. Des Weiteren ist durch das in Kraft getretene EKD-Datenschutzgesetz vorgeschrieben, einen √∂rtlichen Datenschutzbeauftragten zu berufen.

Dr. Dietmar Fl√∂sch, Finanzexperte des Kirchenkreises, stellte die finanzielle Lage des Kirchenkreises dar und erkl√§rte, dass die Kirchensteuereinnahmen in diesem Jahr vermutlich nicht sinken werden, dass aber weiterhin mit einem strukturellen Defizit von circa 300 000 Euro zu rechnen sei. Daneben zeigte Fl√∂sch die Auswirkungen einer h√∂heren Umlage f√ľr die Kirchengemeinden auf. Die Umlage bezeichnet den Anteil des Kirchensteueraufkommens, den die Gemeinden f√ľr regionale Aufgaben an den Kirchenkreis abgeben.

Die Delegierten erlangten durch vorbereitende Unterlagen und die Diskussionen im Rahmen der Sondersynode die n√∂tige Kompetenz f√ľr eine Entscheidung. So hatten sie auch Zeit, um sich in informellen Gespr√§chen √ľber die geplante Aufstockung um 7,5 Stellen im Verwaltungsamt auszutauschen. Superintendentin Almut van Niekerk, Verwaltungsleiterin Elisabeth von Tiesenhausen, Finanzexperte Dr. Dietmar Fl√∂sch, Kaufmann und Steuerberater Holger Mahnke und die Mitglieder des Kreissynodalvorstandes (KSV) standen ihnen Rede und Antwort.

Engagierte Diskussionen bestimmten die Sondersynode

Im zweiten Teil des Abends gab es ausreichend Raum f√ľr weitere Sachfragen, Diskussionen und engagierten, aber konstruktiven Austausch im Plenum in drei Durchg√§ngen. Stellvertretender Superintendent Carsten Schleef und KSV-Mitglied Dr. Bernd Giernoth √ľbernahmen die Moderation. Die Synodalen hatten die M√∂glichkeit, ihre Bedenken zu teilen. Eine gro√üe Sorge der Stimmberechtigten war, dass eine gr√∂√üere Verwaltung im Kirchenkreis Aufgaben in den Gemeinden wegnimmt. Zugleich erhoffen sich die Gemeinden eine sp√ľrbare Entlastung durch das Verwaltungsamt. Zudem wurden auch klare Erwartungen ausgesprochen, dass es eine bessere Kommunikation zwischen Verwaltungsamt und Gemeinden geben soll sowie mehr professionelle Beratung. In der Diskussion ging es ebenso darum, die Vorteile f√ľr die Gemeinden sowie die Mitarbeitenden im Verwaltungsamt im Kirchenkreis aufzuzeigen und die Argumente abzuw√§gen.

Am Ende des Abends folgte die offene Abstimmung. Die Kreissynode beschloss den Stellenplan des Verwaltungsamtes gem√§√ü des Projektes zur Anpassung der Aufbauorganisation um 7,5 Stellen zu erweitern. Die Finanzierung erfolgt durch die Erh√∂hung der kreiskirchlichen Umlage um 2,6 % ab dem Haushaltsjahr 2019. Sp√§testens f√ľr das Jahr 2022 soll ein ausgeglichener Haushalt vorliegen.

Insgesamt stimmten von den 137 Synodalen 110 f√ľr den Beschluss, es gab 22 Gegenstimmen sowie f√ľnf Enthaltungen.
Superintendentin Almut van Niekerk k√ľndigte zum Abschluss der Synode an, dass es drei freie Positionen im Kreissynodalvorstand gibt. Ein neues Mitglied und zwei Stellvertreter Positionen sind zu besetzen. Die Wahl erfolgt bei der Herbstsynode im November in Sankt Augustin.

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