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Konzert des „Pianist aus den Trümmern“: Aeham Ahmad gastierte im Anno-Gymnasium

11.09.19

Ein besonderes Erlebnis war es für die rund 200 Jugendliche im Anno-Gymnasium Siegburg: Vom Steinway-Flügel in der Aula erklangen nie gehörte Klänge, zu Herzen gehende Melodien und paukende „Saitensprünge“, begleitet von arabischem Gesang von Aeham Ahmad, staatenloser palästinensischer Flüchtling, der sie musikalisch mit auf die Reise nahm in seine vom Bürgerkrieg zerstörte syrische Heimat.

Ein musikalisches Plädoyer für Menschlichkeit, Versöhnung und Frieden, das keiner Übersetzung bedurfte. Mit Lesungen von Karolin Odenthal, Felix Reinhard und Henrik Küper aus seiner Biografie „Und die Vögel werden singen“ wurde seine Musik in seine Lebensgeschichte eingebettet.

Aeham Ahmad stammt aus Jarmuk, dem größten der zehn palästinensischen Flüchtlingslager in Syrien. Hier war er aufgewachsen mit seinem blinden musikbegeisterten Vater und seiner Mutter, einer Lehrerin, hatte geheiratet und wurde selbst Vater zweier Söhne. Schon früh und gegen alle Widerstände hatte er eine Klavierausbildung erhalten. Musik war und ist sein Leben.

Dann kam der Bürgerkrieg zwischen palästinensischen Milizen, Dschihadisten und syrischer Armee, undurchschaubar verquickt mit ausländischen Interessen. Jarmuk wurde in Schutt und Asche gelegt.

In diesem Elend holte Aeham sein Klavier auf die Straße und begann mit Freunden und  mit Kindern zu singen und zu spielen. Alltagserfahrungen wurden vertont, Lebensgeschichten gesungen, nicht nur die Kinder saugten mit jedem Ton Hoffnung auf. Musik als friedlicher Protest gegen kulturlose Barbarei und Krieg. Beim Granatenbeschuss wurde seine rechte Hand schwer verletzt. Er trainierte die Sehnen und machte weiter. Freunde setzten Fotos und Filme vom „Pianist aus den Trümmern“ ins Netz, die um die ganze Welt gingen. Bis der IS sein Klavier vor seinen Augen verbrannte. Aeham konnte gerade noch rechtzeitig fliehen.

Dank der finanziellen Unterstützung der Ev. Kirche im Rheinland hatte Schul-Pfarrerin Annette Hirzel den „Pianist aus den Trümmern“ einladen können. Nach dem Konzert blieben die meisten Jugendlichen, um diesen Menschen weiter zu erleben.

Text: Annette Hirzel

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