Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein

Zeughausstra▀e 7-9 | 53721 Siegburg | Telefon: 02241 - 54940 | www.ekasur.de

Aktuelles

Kirche als "Anker f├╝r Herz und Seele"

09.11.18
Foto. Sarala Christensen
Doris Hochschild aus Wahlscheid ist seit Juni Mitglied im KSV.

Seit Juni ist Doris Hochschild (62) Mitglied des Kreissynodalvorstandes (KSV). Hier berichtet die gelernte Lehrerin und Betriebswirtin ├╝ber ihre Motive und Ziele in ihrem neuen Ehrenamt.

Was hat Sie bewogen, f├╝r den Kreissynodalvorstand zu kandidieren?
Ich bin seit 2016 Presbyterin in Wahlscheid, seit Juli 2017 Kirchmeisterin unserer Gemeinde. An dem evangelischen Organisationsprinzip hat mich schon immer die weitreichende Entscheidungsbefugnis des Presbyteriums fasziniert, das aus Menschen der Kirchengemeinde besteht und damit ganz nah an den Anliegen, W├╝nschen und Bed├╝rfnissen der Gemeindeglieder vor Ort ist.
Gerade die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) ist durch diese ÔÇ×presbyterial-synodale OrdnungÔÇť eines der ├Ąltesten demokratischen Gebilde in Europa. Flache Hierarchien haben Tradition, Entscheidungen werden von der Basis her getroffen. Dieses Prinzip fordert aber auch Mitgestaltung ein.

Gerade heute stehen wir vor einer ganzen Reihe von strukturellen Herausforderungen wie abnehmenden Mitgliederzahlen, weniger Interessierte am Beruf des Pfarrers, einer allgemein schwindenden Wahrnehmung von Glaube und Kirche in der Gesellschaft. Hier gilt es in den Leitungsorganen unserer Kirche und unseres Kirchenkreises die Weichen f├╝r die Zukunft zu stellen. Diesen sicher schwierigen Prozess zu begleiten und mitzugestalten und mich dieser Verantwortung zu stellen, das hat mich zu meiner Kandidatur f├╝r den Kreissynodalvorstand bewogen.

Was ist die Aufgabe des KSV und wie wollen Sie sich dort einbringen?
Der Kreissynodalvorstand ist das von der Kreissynode gew├Ąhlte und beauftragte Leitungsgremium des Kirchenkreises. Die Aufgaben sind sehr bunt und vielf├Ąltig. ├ťber allen Diensten und Angeboten steht die Unterst├╝tzung der 33 angeschlossenen Kirchengemeinden und Presbyterien in Verk├╝ndigung, Seelsorge und Diakonie, die ├ťbernahme von Aufgaben in Verantwortung f├╝r diese Gemeinschaft der Gemeinden sowie nicht zuletzt Aufsichtspflichten gegen├╝ber den Gemeinden.

Mich reizt der Blick ├╝ber die eigene Gemeinde hinaus. Durch einen so erweiterten Blickwinkel m├Âchte ich Gestaltungsspielr├Ąume entdecken, Kooperation und Transparenz st├Ąrken, und damit meinen Beitrag dazu leisten, eine starke Identifikation der Menschen mit der evangelischen Kirche in unserer Region zu f├Ârdern.

In Abstimmung mit den Mitgliedern des KSV und der Superintendentin wird sich in naher Zukunft herausstellen, wo ich meine Schwerpunkte setzen kann. Derzeit sehe ich diese bei Finanzen und Diakonie, m├Âchte mir aber m├Âglichst breitgef├Ąchert M├Âglichkeiten offen halten mich einzubringen.

Wie sieht Ihre Zukunftsvision f├╝r den Kirchenkreis und die Kirche aus?
Ich bin davon ├╝berzeugt, dass besonders heute Kirche als lebendig gelebte Glaubensgemeinschaft ein starkes Zeichen setzen kann. Aber es braucht dazu eine starke christliche Profilierung kirchlicher Arbeit und eine Erneuerung des Glaubens an die Kompetenz der Kirche.

Sinkende Mitgliederzahlen durch demographischen Wandel und Kirchenaustritte, ein Trend, der durch Neu- und Wiedereintritte nicht ausgeglichen werden kann, ist eine Bedrohung f├╝r eine Institution, deren wichtigste Finanzierungsquelle - insbesondere f├╝r ihre auch gesellschaftlich so wichtigen karitativen Projekte - die Kirchensteuer ist. Man ist nicht mehr in der Kirche, weil man eben in der Kirche ist, vielmehr m├╝ssen sich Menschen heute bewusst f├╝r die Kirche entscheiden.

Ich glaube, dass es uns gelingen muss, dieser Entfremdung entgegenzuwirken und  starke positive Bilder von Kirche entgegenzusetzen. Dazu braucht es Phantasie und Kreativit├Ąt und auch Investitionen in solche Projekte, die bei jungen Leuten positive ÔÇ×NaherfahrungenÔÇť mit Kirche vermitteln, um wieder eine emotionale Bindung zur Kirche herzustellen. Die Themen Gerechtigkeit, Teilhabe, Frieden und Bewahrung der Sch├Âpfung bilden hierf├╝r eine reiche Plattform.

Notwendige Erneuerung bedeutet f├╝r mich aber nicht nur neue Themen, neue Events, neue Medien, ├╝berlieferte Rituale und Althergebrachtes aufzugeben, sondern  da zu bewahren, wo es angebracht und sinnstiftend ist, wo Tradition und Wurzeln einen Wert darstellen und Menschen Heimat geben k├Ânnen.

Ich verstehe darunter Nachhaltigkeit f├╝r unsere Kirche, eine Kontinuit├Ąt im Leben, einen Anker f├╝r Herz und Seele ÔÇô gerade im Spannungsfeld finanzieller und struktureller Sachzw├Ąnge.

Kontakt

Sarala Christensen
Zeughausstra├če 7-9
53721 Siegburg
Fon: 0 22 41 - 54 94 50
Fax: 0 22 41 - 54 94 54
oeffentlichkeitsarbeit.
ekasur@ekir.de

┬ę 2009 Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein | Zeughausstr. 7-9, 53721 Siegburg | Fon: 02241/5494-0 | Impressum | Datenschutzerkl├Ąrung