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Intensiv ├╝ber Sterbehilfe gesprochen

09.02.20
Nikolaus und Anne Schneider, (v. l.), Irmgard Frickenschmidt, Petra Herre und Prof. Hartmut Kre├č.

Die ├Âkumenische Veranstaltungsreihe ÔÇ×Am Achten um AchtÔÇť behandelte in Dollendorfer Gemeindezentrum das Thema ÔÇ×SterbehilfeÔÇť. Unter der Moderation von Petra Herre gab es ein Podiumsgespr├Ąch zwischen Anne und Nikolaus Schneider, Prof. Hartmut Kre├č sowie der Bonner Palliativmedizinerin Irmgard Frickenschmidt. Anlass ist das in K├╝rze bevorstehende Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum 2015 eingef├╝hrten ┬ž 217 Strafgesetzbuch (StGB).

Prof. Kre├č von der Universit├Ąt Bonn bezeichnete den ┬ž 217 StGB zum Suizid und der Suizidbegleitung als kaum verst├Ąndlich, unklar, in sich widerspr├╝chlich und einen R├╝ckschritt in der deutschen Rechtsgeschichte. Er gab Beispiele, wie es in anderen L├Ąndern alternativ geregelt ist, zum Beispiel in Oregon mit einem Kriterienkatalog f├╝r die Begleitung. In keinem Land sei es zu einer gro├čen Zunahme diesbez├╝glicher Suizide gekommen.

Alle Teilnehmenden machten deutlich, dass es sich bei den problematischen F├Ąllen nur um einen ganz kleinen Anteil der Sterbef├Ąlle handelt. Ferner bestand Einigkeit, dass die W├╝rde des einzelnen zu respektieren sei.

M├Âglichst w├╝rdevoll sterben k├Ânnen

F├╝r den ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, hei├čt ein w├╝rdevolles Sterben, dass man insbesondere schmerzfrei ist. Stichworte: Palliativmedizin, Hospize. Als Seelsorger hat er festgestellt, dass der Wille zun├Ąchst schwankend ist und nicht selten auch mit dem Gef├╝hl ÔÇ×ich bin f├╝r nichts mehr gutÔÇť und ÔÇ×ich st├Âre hier nur nochÔÇť einhergeht.

Schneider betont die Bedeutung des Hausarztes, der seinen Patienten Mittel und Wege f├╝r den letzten Lebensabschnitt aufzeigen sollte. Im Gegensatz zur Euthanasie, wo man ├╝ber andere urteilte, dass deren Leben nicht lebenswert sei, gehe es bei der Sterbehilfe um die Beurteilung des eigenen Lebens.

F├╝r die Theologin Anne Schneider - die nicht Pfarrerin geworden ist, weil es bis 1975 in der Evangelischen Kirche im Rheinland noch ein Z├Âlibat f├╝r Frauen gab - steht fest, dass man von Gott die Verantwortungsf├Ąhigkeit und -erlaubnis ├╝ber das eigene Leben geschenkt bekommen habe, zumal man nicht ins Nichts f├Ąllt, wenn das irdische Leben zu Ende ist. Anne Schneider bef├╝rwortet Selbsthilfevereine und die Streichung von ┬ž 217, falls der Staat nicht selber Angebote bereitstellt.

Intensive Erfahrungen

Die Palliativmedizinierin Irmgard Frickenschmidt meinte, dass ihr schon jetzt gen├╝gend Handlungsalternativen zur Verf├╝gung stehen, um den Patienten zu helfen. Wichtig f├╝r ├Ąrztliches Handeln ist sowohl die ├Ąrztliche Indikation - hilft die Ma├čnahme? - als auch der Wille des Patienten. Wichtig sei eine Patientenverf├╝gung oder eine Vorsorgevollmacht. 

Sie glaubt nicht, dass man Angst vor einem Missbrauch durch eine Lockerung der Sterbehilfe haben m├╝sse und schilderte an Beispielen, dass man im Hospiz nicht schnell sterben muss. Das Wichtigste sei der Wille des Patienten.

Durch ein gutes Zusammenwirken von (auch h├Ąuslicher) Pflege und Palliativmedizin bleibt die Begleitung sterbender Menschen f├╝r Patient und Angeh├Ârige sehr, sehr anstrengend. Zugleich k├Ânnten aber auch wichtige, intensive Erfahrungen gemacht werden.

Kontakt

Anna Neumann
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