Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein

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Vertrauliche Geburt hilft Schwangeren in Not

19.12.17
Die vertrauliche Geburt erm├Âglicht, dass Schwangere ihr Kind medizinisch sicher und vorerst anonym zur Welt bringen k├Ânnen

Es ist eine kleine, aber gute Nachricht in diesen Weihnachtstagen, weil sie davon erz├Ąhlt, dass Leben bewahrt bleibt: Vor gut drei Jahren ist in Deutschland das Gesetz zur vertraulichen Geburt in Kraft getreten. Mit Erfolg. Danach k├Ânnen Schwangere ihr Kind im Krankenhaus oder bei einer Hebamme medizinisch sicher zur Welt bringen und trotzdem vorerst anonym bleiben. Sie werden von einer Beraterin, die an die gesetzliche Schweigepflicht gebunden ist, beraten und begleitet. Ihre Identit├Ąt geben die Frauen nur einmalig gegen├╝ber der Beraterin preis, die ihre pers├Ânlichen Daten aufnimmt und daf├╝r sorgt, dass diese sicher hinterlegt werden. Nach der Geburt wird das Kind einer Pflegefamilie anvertraut und dann zur Adoption freigegeben. Die Identit├Ąt der Mutter ist bis zum 16. Lebensjahr des Kindes gesch├╝tzt. Danach hat das Kind das Recht, den Namen und das Geburtsdatum seiner leiblichen Mutter zu erfahren.   

Elke H├Ârmann ist bei der Schwangerschaftskonfliktberatung der Diakonie An Sieg und Rhein eine von drei speziell f├╝r die vertrauliche Geburt ausgebildete Beraterin. Drei Anfragen bekam sie seit der Einf├╝hrung des Gesetzes, eine davon entwickelte sich zu einer vertraulichen Geburt. Bundesweit entschieden sich in den ersten zweieinhalb Jahren nach Einf├╝hrung der vertraulichen Geburt 346 Frauen f├╝r diese M├Âglichkeit der Entbindung, gleichzeitig sank die Zahl der anonymen Geburten. Davon berichtet eine wissenschaftliche Auswertung des Bun-desfamilienministeriums. 40 Prozent der vertraulich geb├Ąrenden Frauen haben einen mittleren Schulabschluss, 20 Prozent Abitur. Ein Drittel der Betroffenen bekommen zum ersten Mal ein Kind.

Frauen brauchen mehr R├╝ckhalt

F├╝r Beraterin H├Ârmann muss sich die M├Âglichkeit der vertraulichen Geburt noch besser rumsprechen. Dann k├Ânnten auch Freunde und Kollegen auf die vertrauliche Geburt auf-merksam machen und ├ärzte diese Option h├Ąufiger ins Gespr├Ąch bringen. ÔÇ×Je mehr Menschen dar├╝ber Bescheid wissen, desto eher bekommen Frauen, die aus Not ihre Schwangerschaft geheim halten, R├╝ckhalt und Unterst├╝tzungÔÇť, sagt die Schwangerschaftskonfliktberaterin der Diakonie. Sie hofft auch, dass die Frauen eher Beratung in Anspruch nehmen, um ohne Zeit-druck die f├╝r sie passende Unterst├╝tzung zu finden.
Das Bundesfamilienministerium hat ein Hilfetelefon unter 0800 40 40 020 eingerichtet. Dar├╝ber kann jederzeit eine erste anonyme Beratung zur vertraulichen Geburt stattfinden. Auf der dazugeh├Ârigen Internetseite k├Ânnen Schwangere ├╝ber eine Postleitzahl-Suche, die n├Ąchste Beratungsstelle ausfindig machen: www.geburt-vertraulich.de. 

Interview mit Fachberaterin Elke H├Ârmann ├╝ber die vertrauliche Geburt
 
Kontakt zu Elke H├Ârmann:  
Schwangerschaftskonfliktberatung der Diakonie An Sieg und Rhein, Am Herrengarten 1, 53721 Siegburg, 022 41 - 12 72 90, schwangerschaftskonfliktberatung@diakonie-sieg-rhein.de 

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