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„Man macht weiter gewöhnliche Dinge – aber immer auf ungewöhnliche Weise“

30.03.20
Pfarrer Peter Gottke

Ein Start, bei dem der persönliche Kontakt erstmal fehlt: Peter Gottke ist der neue Gemeindepfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Troisdorf. Ein Gespräch über einen Start in den Pfarrdienst in Zeiten der Corona-Pandemie.

Unser alltägliches Leben steht mehr oder weniger Kopf durch die Corona-Pandemie. Mitten in diese Zeit hinein wechseln Sie in den Gemeindedienst in Troisdorf. Mit welchen Außergewöhnlichkeiten sind Sie gerade befasst?

Das ist schon ein sehr ungewöhnlicher Wechsel. Glücklicherweise habe ich wenigstens das Presbyterium und einige Gemeindemitglieder bei dem Vorstellungsgottesdienst und einer Presbyteriumssitzung vorher kennengelernt. Und die Kolleg*innen kannte ich ja auch schon vorher. Trotzdem ist das natürlich ganz anders, als man sich das normalerweise so vorstellt. Ich finde aber, dass wir durch regelmäßige Videokonferenzen, Telefonate und Mails gut im Gespräch sind.

Gibt es auch Gewöhnliches?

Nicht so richtig. Mein erstes Taufgespräch hatte ich vor drei Wochen noch bei einer Familie zu Hause. Jetzt ist die Taufe verschoben. Der erste Termin für ein Traugespräch: verschoben. Verkündigung als Videobotschaft und die ersten Trauergespräche werden wohl per Telefon stattfinden. Ja, man macht weiter ein paar gewöhnliche Dinge – aber immer auf ungewöhnliche Weise. Das ist nicht immer schlechter – aber der persönliche Kontakt fehlt enorm, weil ich das, was zwischen den Zeilen manchmal mitschwingt, einfach besser wahrnehmen kann, wenn ich „face to face“ kommuniziere.

Was macht für Sie den Reiz des Gemeindepfarrdienstes aus?

Auch in der Schule bin ich nicht nur Lehrer, sondern immer auch Pfarrer gewesen. Das Besondere einer Gemeinde liegt sicher in der Vielfalt der Aufgaben, dass man nicht nur miteinander arbeitet, sondern auch feiert, die fröhlichen und die traurigen Momente des Lebens miteinander teilt. Ich habe auch während meiner Schulzeit regelmäßig als Vertretung im Kirchenkreis Gottesdienste gehalten, aber dass ich das jetzt wieder regelmäßiger in „meiner“ Gemeinde tun kann, darauf freue ich mich besonders.

Das wollte ich gerade fragen: Worauf freuen Sie sich in der Evangelischen Kirchengemeinde Troisdorf?

Auf noch mehr freundliche, nette und für neue Ideen offene Menschen, als ich bisher schon kennengelernt habe. Auf zwei ganz unterschiedliche Gottesdienststätten mit je eigenem Charakter, auf die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen, auf die Kirchenmusik, auf die vielfältigen kulturellen Angebote, auf die Bereitschaft, mit mir gemeinsam die Gemeinde auf noch zukunftsfähigere Beine zu stellen, dazu gehört die Frage des Quartierszentrums in der Stadtmitte, die Frage nach Kooperationsmöglichkeiten mit der Nachbargemeinde und und und …

Was nehmen Sie aus der Schulpfarrstelle mit?

Eine gewachsene seelsorgliche Kompetenz, den Mut, die Botschaft des Evangeliums auch kirchenfernen Menschen nahezubringen, die Offenheit gegenüber Menschen, die ganz anders denken als ich, die Bereitschaft meine Vorurteile immer wieder zu hinterfragen und zu lernen aus den Begegnungen mit Menschen.

ZUR PERSON

Geboren 1959 in Duisburg, ging Peter Gottke nach dem Abitur zwei Jahre zur Marine, studierte dann in Marburg, Kiel und Bonn Evangelische Theologie. Es folgten Vikariat in Linz / Rhein sowie Probe-, Sonder- und Pfarrdienst in Honnefeld im Kirchenkreis Wied. Mit seiner Frau, sie ist Lehrerin am Gymnasium in Overath, zog Peter Gottke dann für sechs Jahre als Pfarrer der Deutsch Reformierten Kirche nach Kopenhagen. Dem folgten zehn Jahre Pfarrdienst in der Kirchengemeinde Lohmar und zehn Jahre Pfarrdienst am Carl-Reuther-Berufskolleg in Hennef. Ein „wechselreiches Berufsleben mit ganz unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten“, wie Gottke sagt. In Troisdorf ist Peter Gottke, der auch als Skriba im Kreissynodalvorstand mitarbeitet, Nachfolger von Dietmar Pistorius, der als Superintendent nach Bonn gewechselt ist.

www.evangelischintroisdorf.de

Kontakt

Anna Neumann
Telefon 02241549450
anna.neumann@ekir.de

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