Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein

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Landessynode 2020: Diakonie als Hauptthema - Herausforderungen aus der Perspektive An Sieg und Rhein

10.01.20
Screenshot: ekir.de

Diakonie ist das Thema, das im Mittelpunkt der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland vom 12. bis 16. Januar in Bad Neuenahr steht. Diesem obersten Leitungsgremium der zweitgrößten deutschen Landeskirche gehören auch sechs Delegierte des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein an. Auf der Landessynode werden sie Erfahrungen, Ansprüche und Herausforderungen im Bereich der Diakonie An Sieg und Rhein teilen.

Zu den Herausforderungen gehören beispielsweise die neuen Regelungen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG), mit dem die UN-Behindertenrechtskonvention und damit Vorhaben der Inklusion nochmal besser umgesetzt werden sollen. Viele Menschen werden in den nächsten Jahren mit dem BTHG konfrontiert werden. Konkret betrifft es bereits jetzt die ehrenamtliche Betreuerin, die für eine Anfang Dreißigjährige mit geistiger und körperlicher Einschränkung aktiv ist.

BTHG: Dankbar fĂĽr Hilfe im Betreuungsverein

Diese junge Frau mit Handicap arbeitet in der Werkstatt für Behinderte in Much-Bövingen. Dort baut sie beispielsweise Warndreiecke zusammen. Ein Bus bringt sie von zuhause zu ihrer Arbeit. Sie kann nicht rechnen, schreiben, lesen; hat überhaupt kein Zeitgefühl, sagt ihre gesetzliche Betreuerin, also eine von einem Gericht eingesetzte Fachfrau zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung. Und so wirkt die Betreuerin an den nötigen Entscheidungen mit.

Doch das neue Gesetz erschwere ihre Arbeit enorm, sagt sie. So ist sie dankbar für die Unterstützung, die sie im Betreuungsverein der Diakonie findet. Aufgabe des Betreuungsvereins der Diakonie ist die professionelle Unterstützung der oft ehrenamtlich tätigen Unterstützer.

Selbstbestimmung verbessert sich

Früher lebten Menschen mit Behinderung in aller Regel im Heim, hatten dort eine Rundumversorgung mit Essen, Wohnen und beispielsweise Reha-Maßnahmen. Jetzt erhöht sich noch einmal der Grad der Selbstbestimmung. Das allerdings beschert der Betreuerin „150 Prozent mehr Arbeit“.

Denn Aufgabe ist nun, passende Leistungen einzeln auszuwählen und zu beantragen. Umso wertvoller sind für gesetzliche Betreuerinnen und Betreuer Beratung und Schulungen, kollegialer Austausch und Selbsthilfe, die sie über den Betreuungsverein erhalten. Trotz aller Schwierigkeiten, der Grenze zur Überforderung und den „vielen Unklarheiten“ versichert der Geschäftsführer des Diakonischen Werks des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein, Patrick Ehmann, auch im Blick auf Garantien durch den Landschaftsverband Rheinland: „Bei uns bleibt niemand unversorgt.“

Superintendentin: wertvolle Arbeit

Nötig sei eine Erhöhung des Betreuungsgeldes „für diese wertvolle Arbeit“, erklärt die Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein und Vorsitzende des Diakonischen Werkes An Sieg und Rhein, Almut van Niekerk. Die jüngste Anpassung reiche einfach nicht, so die Theologin.

Herausforderung Bundesteilhabegesetz - es ist eines der praktischen Themen. In Bad Neuenahr wird es um Prinzipielles gehen. „Professionelle Diakonie wie die Suchthilfe und Diakonie vor Ort in den Gemeinden ergänzen sich in unserer Region wunderbar“, sagt Superintendentin Almut van Niekerk. „Wir sind wichtig füreinander“, betont auch Ehmann, wenn er über das Grundverhältnis von Kirche und Diakonie spricht. Dieses Verhältnis wird auf der bevorstehenden Landessynode debattiert. Grundlage sind fünf „diakonietheologische“ Thesen.

Verschränkung von Kirche und Diakonie

An Sieg und Rhein sind Verkündigung und Diakonie, Kirche und kirchliche Sozialarbeit, Gottesdienst und tätige Nächstenliebe „maximal verschränkt“, so Ehmann. Die beiden „Ausprägungen von Verkündigung“ sind auf Landeskirchenebene räumlich und organisatorisch deutlich getrennter. Ehmann, der an den Beratungen in Bad Neuenahr teilnimmt, sagt deshalb: „Gut, dass wir miteinander vertieft ins Gespräch kommen.“

Superintendentin van Niekerk, Mitglied der Landessynode, betont: „Der Blick der Diakonie richtet sich intensiv auf die Bedürfnisse von Menschen. Unsere Mitarbeitenden nehmen wahr, hören zu und kümmern sich. Sie wissen die Ressourcen von Hilfesuchenden zu stärken.“

Arbeitsfelder der Diakonie

Thema sind die vielfältigen Probleme, mit denen sich Menschen herumschlagen und bei deren Bewältigung die Diakonie unterstützt. Zu den Arbeitsfeldern gehören die Schwangerenberatung, die Suchthilfe und die allgemeine Sozialberatung. Im Sozialpsychiatrischen Zentrum finden Menschen mit psychischer Krankheit Begleitung.

Vielfältige Aktivitäten und Hilfen finden sich im Zentrum „Zeitraum“ in Siegburg, darunter Sprach- und Nachhilfetreffs. Rund hundert Mitarbeitende arbeiten in der Diakonie An Sieg und Rhein mit. Hinzu kommen Ehrenamtliche in noch einmal gleicher Zahl.

Thema GMĂ–

Veränderungen in der Arbeit des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene (GMÖ) gehören zu den weiteren Themen der Landessynode, die für die Delegierten des Kirchenkreises An Sieg und Rhein von besonderer Bedeutung sind. Schließlich ist der Kirchenkreis federführend für den GMÖ Köln-Bonn, der wiederum für sieben Kirchenkreise zuständig ist.

Wahl zur Kirchenleitung

Und: Superintendentin Almut van Niekerk kandidiert als nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Es ist ein zusätzliches Amt, im Prinzip ein Ehrenamt. Die Kirchenleitung führt die Geschäfte der rheinischen Landeskirche in der Zeit zwischen den jährlichen Synoden. Der Kirchenkreis An Sieg und Rhein ist der drittgrößte im Rheinland.

 

  • Landessynode: Die Beschlussvorlagen (Drucksachen) und Terminpläne sind online zugänglich: www.ekir.de/landessynode. Die Plenarsitzungen können im Internet im Livestream verfolgt werden.

Kontakt

Anna Neumann
Telefon 02241549450
anna.neumann@ekir.de

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