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KIRCHENKAMPF AN SIEG UND RHEIN Portrait 3: Superintendent Ernst Rentrop in Königswinter

14.02.20
Superintendent Ernst Rentrop

Peter Paul Heinrich Ernst Rentrop, Pfarrer in K√∂nigswinter von 1895 bis zu seinem Tod 1937, ist der √§lteste Bekenntnistheologe in unserem Kreis. Der 1868 geborene Kaufmannssohn aus Unna besuchte das Gymnasium in Barmen, leistete 1888/89 seinen Milit√§rdienst in der kaiserlichen Armee ab, studierte Theologie in Bonn und Halle, war Vikar und Hilfsprediger beim Predigerseminar Soest und in Andernach, Deutz und schlie√ülich K√∂nigswinter. Dort w√§hlte ihn die Gemeinde zum Pfarrer, f√ľr 42 erfolgreiche Jahre. Mit der Heirat von Ida, einer dortigen Kommerzienratstochter, blieb Rentrop der kaufm√§nnischen Welt verbunden ‚Äď was sicher nicht schadete.

K√∂nigswinter war 1848 zusammen mit Honnef zur Filialgemeinde Oberkassels geworden; der Zuzug von preu√üischen Beamten und Pension√§ren brachte 1895 beiden die Selbst√§ndigkeit, und Rentrop wurde der erste K√∂nigswinterer Pfarrherr. Er bereitete die neue Struktur vor und brachte Kirchengestaltung, √Ėffentlichkeitsarbeit und den inneren Aufbau der Gemeinde im Siebengebirge mit gro√üer Tatkraft voran.

1922 wurde er zum Superintendenten des gro√üen Bonner Kirchenkreises gew√§hlt. Seine Haltung gegen die NS-h√∂rigen Deutschen Christen (DC) war von Anbeginn an klar und kompromisslos. Peter Hintze, der bekannte K√∂nigswinterer Pfarrer und sp√§tere Bundestagsabgeordnete, vermerkte: ‚ÄěNicht stolz, aber voller Dankbarkeit, darf der Chronist heute feststellen, dass die Evangelische Gemeinde K√∂nigswinter von den Wirren, die damals gro√üe Teile unserer Kirche erfasste, weitgehend verschont blieb. [Auch nach 1933] widerstand das Presbyterium dem staatlichen Druck und unterst√ľtzte seine Pfarrer im treuen Festhalten am Bekenntnis zu unserem alleinigen Herrn und Heiland Jesus Christus.‚Äú (Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde K√∂nigswinter, 1983).

Ernst Rentrop handelte ebenso geschickt wie hartn√§ckig; sein Bild vermag es auszudr√ľcken. Innerhalb seiner Kirchengemeinde setzte er die Ziele der Bekennenden Kirche (BK) konsequent um, als Superintendent im kirchenpolitisch schwierigen Bonner Kirchenkreis verhielt er sich taktisch klug. Noch in seinem Jahresbericht Mai 1933 gab er keinerlei Anlass, an der protestantischen Staatstreue zu zweifeln und √ľbte trotz seiner klaren BK-Position eine nach allen Seiten gerechte Leitung aus. Als er aber gemeinsam mit zw√∂lf anderen BK-Superintendenten im August 1934 wegen seines Widerstandes gegen eine DC-Kirchenordnung des ‚ÄěPropstes‚Äú Dr. Forsthoff vom Konsistorium suspendiert wurde, f√ľhrte er v√∂llig unbeirrt seine Bonner Amtsgesch√§fte weiter ‚Äď bis diese Ma√ünahme im November 1934 kleinlaut wieder r√ľckg√§ngig gemacht wurde.

Wie sein sp√§terer Amtskollege Edgar Bou√© setzte er sich unerm√ľdlich sch√ľtzend f√ľr die Hilfsprediger und Pfarrer der BK ein. Und nicht zuletzt hat er sich auch damals schon f√ľr √Ėkumene starkgemacht und mit einem der Dechanten den renommierten Siebengebirgs-Heimatverein gegr√ľndet.

Die Literatur √ľber Ernst Rentrop ist reich; lesenswert auch sein Kurzportrait durch den Bonner Alt-Superintendenten Rolf Schle√ümann (Protestantische Profile im Ruhrgebiet, Spenner 2009).

                                             Holger Weitenhagen / Annette Hirzel

 

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