Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein

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Ein Jahr Auslandsfreiwilligendienst – eine lebenslange Bereicherung für sich und andere

13.03.19
Foto: Annette Hirzel
Mitte Februar war der EKiR-Referent für Auslandsfreiwilligendienst, Thomas Franke, mit zwei Jugendlichen, Svenja Fischer und Niklas Geffelmeyer, am Anno-Gymnasium Siegburg.

Vor drei Jahren hatte Svenja Fischer im Anno-Gymnasium Siegburg zwei Jugendlichen zugehört, die von ihren frischen Eindrücken und Erfahrungen nach einem Jahr Auslandsfreiwilligendienst berichteten. Thomas Franke, der Referent des FFD (Freiwilliger Friedensdienst der Evangelischen Kirche im Rheinland) hatte sie mitgebracht. Nun stand die junge Frau, die 2017 hier ihr Abitur gemacht hatte, selber mit ihm vor Abiturkursen und zeigte mit Begeisterung Fotos von ihrem Auslandsjahr in einer Behinderteneinrichtung in St. Petersburg. 

Begleitet wurden sie von Niklas Geffelmeyer, der zeitgleich mit Svenja sein Auslandsjahr als „Mann für alles Handwerkliche“ in einer Behinderteneinrichtung in Rumänien absolviert hat. Svenja arbeitete in einer russischen Einrichtung mit ca. 1000 Behinderten und 300 Mitarbeitenden. Anders als in Deutschland läuft vieles dort nur durch Ehrenamtliche, die beim Waschen, Anziehen und Essen helfen und den Menschen Abwechslung, Spiel, Spaß und Bewegung anbieten. „Manche kämen ohne Ehrenamtliche kaum aus dem Bett raus.“ Ja, die Arbeit sei manchmal anstrengend gewesen, „aber wir haben richtig gute Beziehungen aufgebaut, ich kann es jedem nur empfehlen“, sagt sie.

„Das war das spannendste, schönste, erfüllteste Jahr meines Leben“, so Niklas. Das Taschengeld ist nicht üppig, aber es reicht allemal auch noch für ein paar Reisen im Land. Und keine Angst vor der fremden Sprache, das Verstehen läuft von selbst.

Svenja hatte damals genauso wie Niklas „noch keinen Plan“ gehabt, was sie nach dem Abi machen soll. Ins Ausland wäre eine Option. Was sie damals mitbekommen hatte, hatte sie motiviert, sich schriftlich zu bewerben und danach an der Vorbereitungstagung beim FFD  teilzunehmen.

Muss man Abi haben?, so die erste Nachfrage. Nein, aber nicht mehr schulpflichtig und bei Ausreise 18 Jahre alt sein. Muss man evangelisch sein? Nein, das ist kein Kriterium bei der Auswahl der Bewerbungen. Einziges Kriterium, so Thomas Franke, ist Lust auf dieses besondere „ehrenamtliche Engagement“ z.B. in der Kinder- und Jugend-, Behinderten- und Altenarbeit oder in Suppenküchen in Ländern wie  Argentinien, Brasilien, Chile, Frankreich, Russland, Rumänien, Israel, USA.

Die Arbeitsstelle ist anerkannter Träger für den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) und Entsendeorganisation im Weltwärts-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, das den Dienst mitfördert. Finanziert wird er aus Eigenmitteln der EKiR und von Förderkreisen der Jugendlichen. Alle Infos sind nachzulesen unter www.aktiv-zivil.de.

Svenja und Niklas jedenfalls haben schon Flüge gebucht für einen baldigen Besuch ihrer „Familien“ in Russland und in Rumänien, die längst zu ihrem Leben dazugehören.
Text: Annette Hirzel

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